Kirchberg/Gerabronn/Langenburg Die Hirtensteige wird zum Großprojekt

Kirchberg/Gerabronn/Langenburg / Erwin Zoll 13.08.2018
Die Städte Kirchberg, Gerabronn und Langenburg sind noch immer mit den Folgen des schweren Gewitters vom Mai 2016 beschäftigt und stehen vor großen Investitionen.

Bei der Verteilung der Zuschüsse aus dem Ausgleichstock hat das Land in der jüngsten Vergaberunde Langenburg, Gerabronn und Kirchberg mit Zuwendungen für die Beseitigung von Unwetterschäden und für den Ausbau des Hochwasserschutzes bedacht.

Ein richtiges Großprojekt hat die Stadt Kirchberg im Weiler Diembot vor sich. Dort hat sich das Unwetter vom 29. Mai unter anderem an der Hirtensteige ausgetobt, die den Ort mit Seibotenberg verbindet. Der Weg, der am Hirtenklingenbach entlang verläuft, ist unterspült und kann nicht mehr befahren werden.

Auf 884.000 Euro werden die Kosten für die Baumaßnahmen in Diembot geschätzt. Neben der Steige muss unter anderem eine Brücke saniert werden. Außerdem wird die Klinge mit einer Hangsicherung und einem Geröllfang ausgestattet. „Die Bauarbeiten an der Hirtensteige werden sehr aufwendig werden“, sagt Bürgermeister Stefan Ohr, „wir müssen mit schwerem Gerät arbeiten und Stützen in den Hang einbauen“.

Aus dem Ausgleichstock wurden der Stadt Kirchberg jetzt, wie bereits berichtet, weitere 70.000 Euro bewilligt. Damit steigt die Summe der Zuschüsse des Landes für die Arbeiten in Diembot auf 714.000 Euro, das sind 81 Prozent.

Weitere 100.000 Euro hat die Stadt aus der eigenen Tasche bestritten. Der Betrag war fällig für die Instandsetzung von Wegen, die das Gewitter beschädigt hatte. Der Gesamtschaden im Kirchberger Stadtgebiet wird einschließlich der Schäden an privaten Objekten auf zwei Millionen Euro geschätzt.

Die Stadt Gerabronn hat jetzt aus dem Ausgleichstock noch einmal 15.000 Euro für die Beseitigung von Unwetterschäden und für den Ausbau des Hochwasserschutzes in Dünsbach und Kleinforst erhalten. Damit steigt der Anteil des Landes an diesem 1,1 Millionen Euro teuren Projekt auf 724.000 Euro, das sind 66 Prozent der Baukosten.

Kürzlich hat der Gemeinderat die Arbeiten vergeben; sie sollen demnächst beginnen. Unter anderem wird in Dünsbach am Baugebiet „Morsteiner Weg“ ein Regenrückhaltebecken installiert. Durch einen 50 Zentimeter breiten Kanal soll das Regenwasser von hier zur Kläranlage geleitet werden. In Kleinforst werden unter anderem der Dünsbach ausgebaut, die Ortsstraße saniert und eine Brücke erneuert.

Weitere Schäden sind am 29. Mai unter anderem in Michelbach/Heide in der Ortsmitte und an der Kläranlage entstanden. Der gesamte Schaden wird in Gerabronn auf 1,5 Millionen Euro geschätzt, wie der städtische Bautechniker Kay Sautter erklärt.

Unter der Überschrift „Gewässerausbau Ziegelbach nach Unwetterschäden vom Mai 2016“ steht das Projekt, das die Stadt Langenburg als nächstes angeht. Unter anderem soll der in Bächlingen in die Jagst mündende Ziegelbach mit Geröllfängen ausgestattet werden. Voraussichtlich 975.000 Euro werden diese Arbeiten kosten. Das Land hat jetzt einen weiteren Zuschuss aus dem Ausgleichstock in Höhe von 65.000 gewährt. Mit den bis dahin bereits bewilligten Zuschüssen steigt der Anteil des Landes damit auf 807.000 Euro, das sind 83 Prozent der Kosten. An der Stadt bleibt ein Eigenanteil von 168.000 Euro hängen.

In der Vergangenheit hatte die Stadt Langenburg für Sofortmaßnahmen am Ziegelbach und am Völkersbach bei Kleinhürden 65.000 Euro aufgewandt, zu denen das Land 35.000 Euro beisteuerte, wie Stadtkämmerer Markus Zenkert vorrechnet. Für Schäden an Feld- und Waldwegen und am Freibad hat die Stadt demnach 174.000 Euro ausgegeben; dafür gab es einen Zuschuss von 155.000 Euro aus dem Ausgleichstock.

Nach dem Ziegelbach hat die Stadt Langenburg Instandsetzungsarbeiten am Völkersbach und am Schimbach vor sich. Der Umfang dieser Arbeiten steht bisher ebenso wenig fest wie die Kosten.

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