Schrozberg LBV: Herausforderungen gemeistert

Bei der Generalversammlung (von links): Vorstandsvorsitzender Rudolf Herrmann, die kommissarische Geschäftsführerin Regina Bauer-Klein und Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Brümmer.
Bei der Generalversammlung (von links): Vorstandsvorsitzender Rudolf Herrmann, die kommissarische Geschäftsführerin Regina Bauer-Klein und Aufsichtsratsvorsitzender Erwin Brümmer. © Foto: Guido Seyerle
Schrozberg / Guido Seyerle 28.05.2018
Der Umsatz der LBV in Schrozberg ist auf über 61 Millionen Euro angewachsen. Mit der Übernahme der Mühlenbeck-Bäckerfilialen sind mehr als 100 neue Mitarbeiter hinzugekommen.

Neuer Geschäftsführer nach ein paar Monaten freigestellt, Mittelstandsbäckerei übernommen und dadurch zehn neue Filialen erworben, Edeka-Markt renoviert und umgebaut – die LBV in Schrozberg hatte 2017 manche Herausforderung zu meistern. Doch wer gedacht hatte, dass dies eine unruhige Generalversammlung nach sich ziehen würde, wurde am Freitag eines Besseren belehrt. Alle Wahlen und Beschlüsse wurden einstimmig gefasst, es gab nicht einmal eine Enthaltung von den rund 400 Genossen.

Die Schrozberger Bürgermeisterin Jacqueline Förderer überraschte mit ihrem Grußwort: „Ihr neuer Geschäftsführer Andreas Rohr wird die Geschäfte gut leiten – wenn man ihn denn lässt.“ Einige Besucher grinsten, einige klatschten. Der Aufsichtsrats­vorsitzende Erwin Brümmer erwiderte: „Jeder Geschäftsführer kann sich bei uns entwickeln.“ Vorstandsvorsitzender Rudolf Herrmann ergänzte daraufhin: „Zum Lassen gehört auch das Wollen.“

Damit war das Personal-Missverständnisses des vergangenen Jahres durch, und die Redner ­konzentrierten sich auf die Vorstellung des Geschäftsberichts. „Es war ein ereignisreiches Jahr“, fasste es Rudolf Herrmann zusammen. „Wir arbeiten wirtschaftlich und sind gesund. Aber der Druck auf die Betriebe wird immer höher.“ Und in Bezug auf die Politik: „Wir brauchen klare Vorgaben für die Betriebe.“ Der Mühlenbrand in Lobenhausen führte dazu, dass auch die LBV ihre Düngerlager überprüfen und umbauen ließ.

Die Bäckereisparte stand 2017 im Zeichen der Übernahme der Filialen der Mühlenbeck GmbH. Mehr als 100 neue Mitarbeiter wurden integriert, innerhalb von 14 Tagen erfolgte der Umbau und die Wiedereröffnung von zehn Filialen. Mehrere Redner lobten das Engagement des ehemaligen LBV-Geschäftsführers Friedrich Thürauf, der für die schnelle Integration in die bestehende Betriebsstruktur gesorgt habe. Thürauf selbst zeigte sich bescheiden: „Es gab viel zu tun, aber ich habe es gerne gemacht.“

Durch die Übernahme stärkt die LBV ihre Präsenz im Kocher- und Jagsttal, die Anzahl der Bäckerei-Filialen ist auf 29 angewachsen. Die Genossenschaft hofft, dadurch auch dem Druck der Discounter mit ihren Backshops entgegenzuwirken.

Eine der größten Investitionen war der Umbau des Edeka-Marktes in Gerabronn für rund 750.000 Euro. Wie stark die LBV in den vergangenen Jahren investiert hat, zeigt sich bei den Abschreibungen auf Maschinen und Anlagen, die 2017 rund 1,3 Millionen Euro betrugen und laut Brümmer auch in den nächsten Jahren hoch bleiben werden: „Wir werden weiter den notwendigen Investitionsbedarf umsetzen.“

Mit viel Lob wurde Regina Bauer-Klein bedacht, die die Aufgaben des Geschäftsführers noch bis zum 1. August wahrnimmt. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, was hier geleistet worden ist“, sagte Brümmer. Bauer-Kleins Hauptaufgabe ist sonst die Leitung des Rechnungswesens.

Wirtschaftsprüfer Daniel Schmälzle bescheinigte der LBV sinnvolles Wirtschaften. Die Investitionen hätten dafür gesorgt, dass „das Jahresergebnis nicht vollständig zufriedenstellend“ ist. Aber die Übernahme der Mühlenbeck-Bäckerei sei eine gute Entscheidung gewesen. Momentan beträgt die Eigenkapitalquote 27 Prozent. „Und die Landwirtschaft bleibt unser Hauptgeschäftsfeld“, stellte Erwin Brümmer klar.

Die Lagerhaus-Genossenschaft in Zahlen

Umsatz (in Euro, in Klammern Vorjahr): Gesamtumsatz 61,6 Millionen (58,5 Millionen), darunter landwirtschaftliche Erzeugnisse 2,6 Millionen (2,5 Millionen), landwirtschaftliche Bedarfsartikel 23,6 Millionen (23,9 Millionen ), Mineralöle 8,7 Millionen (7,5 Millionen), Raffeisenmärkte 3,9 Millionen (3,8 Millionen), Edekamärkte 12 Millionen (11,5 Millionen), Bäckerei 8,6 Millionen (7,2 Millionen), Baustoffe 1,8 Millionen (1,8 Millionen), Leistungserlöse 363 000 (338.000)

Mitgliederbewegung: Anfang 2017 1004 Mitglieder mit 1242 Geschäftsanteilen; Ende 2017 989 Mitglieder mit 1228 Geschäftsanteilen

Bilanz (in Auszügen): Anlagevermögen 14,5 Millionen, darunter Grundstücke und Gebäude 7,4 Millionen; Umlaufvermögen an fertigen Erzeugnissen und Waren 4,6 Millionen, Kassenbestand und Bankguthaben 704 000, Eigenkapital 6,3 Millionen, darunter Ergebnisrücklagen 2,7 Millionen; Verbindlichkeiten gegenüber Banken 10,9 Millionen

Gewinn- und Verlustrechnung: Umsatzerlöse 61,5 Millionen; Bilanzgewinn 62.000; gesetzliche Rücklage 30.000; Betriebsrücklage 32.000

Der Vorstand: Rudolf Herrmann, Wolfskreut (Vorsitzender); Albert Meinikheim, Oberwinden (stellvertretender Vorsitzender, seit 2. Juni 2017); Hermann Rohn, Spielbach; Günter Sackenreuther, Böhmweiler (bis 2. Juni 2017); Martin Dürr, Leuzendorf (altershalber ausgeschieden); Steffen Fröhlich, Blaufelden; Wilhelm Thierauch (Geschäftsführer, bis 30. Juni 2017) sey

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