Beinahe ein Jahrzehnt leitete Mitbegründerin Maria Wire den gemischten Chor „Spekta-chor-lär“ des GMV Stimpfach. Aus privaten und beruflichen Gründen wollte sie nun kürzertreten und so war man gezwungen, Ausschau nach einem Nachfolger beziehungsweise einer Nachfolgerin zu halten. Der Zufall brachte nun Petra Semler in diese so wichtige Position. Als Leiterin eines Kinderchores kam sie in Kontakt mit dem gemischten Chor und schnell stellten beide Seiten fest: Hier stimmt die Chemie.

Seit November vergangenen Jahres ist sie nun schon Chorleiterin in Stimpfach. Mit ihrer positiven und fröhlichen Art kommt die Heidenheimerin gut an bei den Chormitgliedern. Selbst singt sie eigentlich erst seit drei Jahren regelmäßig in einem Chor, hat sich aber seitdem mit mehreren Kursen und einigen Fortbildungen einen großen Wissensstand als Dirigentin in äußerst kurzer Zeit zugelegt.

„Zu Beginn fiel es mir recht schwer, vor einer Gruppe zu stehen und diese zu motivieren. Aber ich habe von Anfang an meine eigene Unsicherheit und Nervosität angesprochen, denn Offenheit ist ein elementares Element meiner Arbeit und meines Lebens“, erklärt die 50-Jährige. „Man muss sich was zutrauen und als Chorleiterin steht man natürlich unter ständiger Beobachtung.“ Sie legt Wert darauf, „nicht schulmeisterlich rüberzukommen. Ich will die Freude und Motivation fördern“, hat für sie der Spaß am gemeinschaftlichen Singen oberste Priorität.

Beinahe täglich war sie schon vor ihrem Engagement in Stimpfach in verschiedenen Chören überwiegend im Raum Ostalb im Einsatz und gab dort den Takt vor. Dabei sieht sie keinen großen Unterschied darin, ob sie mit Kindern oder Erwachsenen arbeitet. „Singen kann jeder. Da gibt es keine Ausnahme. Man muss nur die Funktionalität im Körper fördern und das Selbstvertrauen stärken.“

Zwei Konzerte hat der Stimpfacher Chor in nächster Zeit geplant, wobei der Auftritt im Rahmen der Bundesgartenschau in Heilbronn sicherlich ein erstes Highlight von Petra Semler als Chorleiterin werden dürfte. Hauptaufgabe bei Konzerten ist für die Dirigentin, bei Stress die Chormitglieder zu unterstützen. „Ich gebe Tempo und Lautstärke vor oder helfe auch mal, den passenden Einsatz zu finden. So fokussieren sich die Sängerinnen und Sänger auf mich und bauen Stress ab, der sich bei einem Auftritt vor Publikum allein schon durch die Nervosität entwickelt.“

Ein paar kleine Veränderungen hat die Neue schon eingebracht, beispielsweise werden außer englischen auch wieder mehr deutsche Lieder gesungen. Momentan übt der Chor „Der Mond ist aufgegangen“ dreistimmig ein. „Lieder aus der Kinderzeit wecken ­Erinnerungen. Es soll Zuhörer und Sänger berühren, was man singt.“

Harmonisches Miteinander

Selbst hat Petra Semler auch schon Stücke geschrieben. An den Arrangements der Lieder für mehrstimmigen Chorgesang, die sie momentan noch meist aus dem Internet bezieht, probiert sie sich zudem immer öfter selbst aus. „Ich biete ein buntes Repertoire an Liedern an, um herauszufinden, was den Chor begeistert“, erklärt die Chorleiterin. „Wenn ein Lied zum Chor passt, dann ist die Eigenmotivation viel höher.“ Beim Auftritt im Rahmen der Bundesgartenschau werden die Stimpfacher das Lied „Hab mein’ Wagen voll geladen“ als Swing vortragen. Von ihrem neuen Chor ist sie begeistert, „die Sängerinnen und Sänger in Stimpfach lernen extrem schnell und es herrscht ein harmonisches Miteinander“.

Neben mehreren Chorleitungen, die sie beinahe jeden Abend fordern, hält Petra Semler Computer-Schulungen ab. „Ich mache viele verschiedene Dinge und durch die diversen Aufgaben gehe ich jeden Tag motiviert und mit Freude an meine immer wechselnden Herausforderungen he­ran.“ Und eine davon ist die in Stimpfach. Der Start als Dirigentin ist ihr jedenfalls geglückt, von allen Seiten hört man nur Positives über die neue Frau an der Spitze des Chores.

Neue Sängerinnen und Sänger gesucht


„Spekta-chor-lär“ ist einfach anders: frisch, begeisternd und immer auf der Suche nach neuen Sängerinnen und Sängern. Die Freude am Singen und an der Geselligkeit verbindet die Chormitglieder nun schon seit über zehn Jahren.

Der gemischte Chor besteht aus etwa 30 Frauen und Männern. Geprobt wird alle 14 Tage immer montags von 19.30 Uhr bis 21 Uhr.