Wann die Familie Schlossberger nach Crailsheim umzog, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Spätestens ab 1914 wohnte sie im dritten Stock des Hauses Lange Straße 11 - über der Schiller-Apotheke. Simon Schlossberger verdiente den Lebensunterhalt der Familie als Vieh- und Güterhändler.

Der Sohn Sigmund (geboren 1894) fiel 1916 als Angehöriger des 8. Bayerischen Feld-Artillerie-Regiments an der Weltkriegs-Front in Frankreich.

Ernestine Schlossberger lebte bis zum Tod ihres Mannes am 3. März 1935 in der Wohnung in der Langen Straße. Ende April 1935 verließ sie Crailsheim, wo sie keine Familienangehörigen mehr hatte. Sie zog zu ihren Töchtern Mina und Ida, die beide in Augsburg-Kriegshaber verheiratet waren. Den Leichnam ihres Ehemannes ließ sie dorthin überführen.

Am 31. Juli 1942 wurde Ernestine Schlossberger von Augsburg ins Lager Theresienstadt deportiert. Sie starb dort am 1. November 1943 im Alter von 80 Jahren. Auch ihre Kinder Siegfried, Mina und Ida wurden von den Nationalsozialisten ermordet.