Rot am See Theater: „Treibjagd“ war ein voller Erfolg

Mit dem Stück „Treibjagd“ bot das Sommertheater Reubach Streit in der Wirtshausfamilie: Tochter Jenny (Britta Deuter) wehrt sich gegen die Vorstellungen ihrer Eltern Petra (Simone Muley) und Werner (Karl Reinhardt).
Mit dem Stück „Treibjagd“ bot das Sommertheater Reubach Streit in der Wirtshausfamilie: Tochter Jenny (Britta Deuter) wehrt sich gegen die Vorstellungen ihrer Eltern Petra (Simone Muley) und Werner (Karl Reinhardt). © Foto: Ralf Snurawa
Rot am See / Ralf Snurawa 18.07.2018
In überaus zufriedene Gesichter blickt man bei den Mitgliedern des Reubacher Sommertheater-Vereins. Von sechs Vorführungen der letzten beiden Wochen waren vier ausverkauft.

Insgesamt haben somit mehr als 1200 Besucher den Weg ins Freilichttheater in der Hauptstraße gefunden. Davon kam ein großer Teil zwar aus Crailsheim, aber eines der Ziele des neuen Vorstands war es, auch mehr Reubacher wieder ins Theater zu locken – und auch das scheint gelungen zu sein.

Vor und nach dem Theater werde wieder zusammengesessen oder -gestanden und miteinander geredet. Man begegne dabei vielen aus dem Ort, so Vereinsvorsitzende Michaela Staleker, von denen man höre: „Wir kommen schon ewig!“ Es gehe auch wieder ein bisschen Richtung Ortsfest und sei kein unpersönliches Theater wie in der Stadt, zu dem man eben hinkomme und danach wieder wegfahre.

Auch die Einnahmen von Sponsorengeldern konnten erhöht werden. Viel dazu beigetragen habe ein Dankeschön in Form von Ehrenkarten für die Generalprobe an die finanziellen Unterstützer. Dabei war es egal, welcher Betrag geflossen war. Insgesamt haben laut Staleker geschätzt 50 Sponsoren den Weg ins Theater gefunden – und fanden auch gut, was sie da förderten. Dies gab die Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen. Nähe zum Theater sei geschaffen worden.

„Treibjagd“ ließ einem zwischendurch und vor allem am Ende durchaus das Lachen im Hals stecken, aber insgesamt war es doch ein eher komödienhafteres Stück. Das habe das Stammpublikum zuletzt etwas vermisst, und entsprechend sei der Zuspruch diesmal auch positiver ausgefallen. In diese Richtung – Humor, aber mit Hintersinn und auch mit Abgründen – will man weiterarbeiten.

Regisseurin ein „Glücksfall“

Dafür stehe speziell die neue Regisseurin Patricia Foik, meint Michaela Staleker und nennt sie einen „Glücksfall“. Ihre Art, mit den Amateurdarstellern umzugehen, ziele mehr auf das Nutzen von deren Kreativität ab. Dadurch hätten sich auch die jungen, noch unerfahrenen drei neuen Darsteller gut einbeziehen lassen.

Patricia Foik wisse, was sie wolle, lasse ihren Schauspielern aber mehr Freiheit, wohl auch, weil sie selbst zuallererst Schauspielerin ist. Das habe sich schließlich über das Proben hinaus bis in die Aufführungen fortgesetzt. Von der Premiere bis zur letzten Aufführung sei, so Staleker, das Stück noch weiterentwickelt worden.

Mit der Autorin des Stücks für das nächste Jahr habe sich die Regisseurin bereits getroffen. Die in Satteldorf lebende Krimiautorin Wildis Streng habe sich dieses Jahr angesehen, was das Reubacher Sommertheater an darstellerischem Potenzial biete. „Sie wird eine Theaterfassung ihres zuletzt erschienenen Regionalkrimis ‚Muswiese“ für uns erarbeiten“, freut sich Michaela Staleker. Bis Dezember soll es fertig sein, dann werde Patricia Foik sich mit Wildis Streng zusammensetzen und eventuell noch Änderungen vornehmen. Neu war in diesem Jahr der für Licht und Ton zuständige Techniker. André Beetz werde auch nächstes Jahr wieder dafür zuständig sein. Es müsse nur noch etwas an den Feinheiten gefeilt werden, um das Optimale herauszuholen. Dafür sei dieses Jahr einfach zu wenig Zeit gewesen, gesteht Michaela Staleker ein.

Und sie hofft 2019 auf weitere neue und junge Darsteller. Das locke auch jüngeres Publikum ins Theater und erweitere die Möglichkeiten für Inszenierungen.

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