Ja, ein bisschen stolz auf die Auszeichnung sei sie schon, sagt Hannelore Rückl – und das darf sie auch sein. Etwa 40 Jahre lang hat die 66-Jährige ehrenamtlich beim TSV Dünsbach mit angepackt, „sie hat dazu beigetragen, dass der Verein heute dort steht, wo er steht“, heißt es in der Bewerbung. Für ihre Arbeit wurde sie jüngst mit dem DFB Ehrenamtspreis im Fußballbezirk Hohenlohe ausgezeichnet.

Hannelore Rückl hat unzählige Arbeitsstunden in den TSV Dünsbach gesteckt

In den vergangenen 40 Jahren hat Rückl den Verein in vielen Bereichen unterstützt. So hat sie unter anderem die Trikots der Fußballmannschaft gewaschen, das Vereinsheim geputzt und bei zahlreichen Festen zu deren Erfolg beigetragen. Im Normalfall seien das 15 bis 20 Stunden im Monat gewesen – ohne größere Veranstaltungen, die dann noch einmal dazukamen.

Eines ihrer Highlights: Das Jahresessen des TSV Dünsbach, das sie mit initiiert hat. Damals, nachdem das Vereinsheim im Jahr 1985 in Eigenregie gebaut worden war, habe sie das erste Mal für so viele Leute gekocht. Jahr für Jahr wurde die Veranstaltung immer größer.

Im Jahr 2002 wurde das Jahresessen sonntags in den Dorfsaal verlegt, erklärt die 66-Jährige – von etwa 80 Sitzplätzen im Vereinsheim auf rund 200. „Das war Arbeit ohne Ende.“

Auch ihr Ehemann erhielt bereits eine DFB-Auszeichnung

Angefangen hatte damals alles, als sie ihren heute 69-jährigen Mann Eduard im Jahr 1971 kennenlernte. „Er hat bei Dünsbach Fußball gespielt, und so bin ich auch dazugekommen.“ Das war auch der Grund, warum die beiden sich beim TSV Dünsbach engagiert haben, und nicht etwa in Ilshofen, wo sie damals wohnten. Ihr Mann hat übrigens im vergangenen Jahr eine Auszeichnung des DFB erhalten. Seit einigen Jahren leben die beiden in Eckartshausen.

Auch das Familienleben habe sich nach dem Fußball gerichtet. Wenn zum Beispiel Sportfest war, dann konnte es um diese Zeit nicht in den Urlaub gehen. „Jetzt könnte ich mir das schon vorstellen“, erklärt sie mit einem Lächeln.

Gewonnen hat die 66-Jährige neben der Auszeichnung ein Wochenende mit dem Besuch eines Bundesligaspiels – welches, das ist ihr eigentlich egal. Spiele im TV verfolge sie kaum, dafür stehe sie bei jedem Heimspiel in Dünsbach auf dem Sportplatz.

Das heißt für Rückl aber nicht nur, ein Fußballspiel anzuschauen. Es heißt auch, Kameradschaft zu erleben. Dort trifft sie regelmäßig Freundinnen und Bekannte, Sonntag für Sonntag. Sie haben zusammen auch den Aufschwung des Vereins miterlebt, sagt sie. „Ich bin ein Dünsbach-Fan.“

Neuer Kindergarten in Mainhardt Der Neubau besteht aus Modulen

Mainhardt

Hannelore Rückl verabschiedete sich zu ihrem 50. Jubiläum

Mittlerweile lässt die 66-Jährige bei ehrenamtlichen Tätigkeiten die Jungen ran. Zwei Jahre im Voraus habe sie ihren Abschied angekündigt, zum 50. Jubiläum des Vereins im vergangenen Jahr war dann Schluss. Nun hat sie auch mehr Zeit für ihre Hobbys: Sie liest, strickt und verreist gerne. Vor Kurzem war sie beim Jahresessen des TSV Dünsbach, das sei im Vergleich zu den Jahren zuvor, als sie noch kochte, sehr entspannt gewesen.

Mit den Jüngeren, die nun ihre und weitere ehrenamtliche Tätigkeiten beim Verein übernehmen, ist sie sehr zufrieden. „Die sollen so weitermachen, wie sie angefangen haben“, sagt sie. Und einen Tipp hat sie ebenfalls. „Wenn man zusammenhält, dann passt es auch.“