Schrozberg 2030 Der Zukunft eine zweite Chance

Wie wollen die Schrozberger im Jahr 2030 leben? Die Bürgerwerkstatt im März 2018 war gut besucht.
Wie wollen die Schrozberger im Jahr 2030 leben? Die Bürgerwerkstatt im März 2018 war gut besucht. © Foto: Archivfoto: Guido Seyerle
Schrozberg / Jens Sitarek 13.02.2019

Schrozberg gemeinsam gestalten“ – unter diesem Motto beteiligten sich im März vergangenen Jahres 60 Bürger an einer Bürgerwerkstatt, die Ideen für das Zukunftskonzept „Schrozberg 2030“ sammeln sollte. Das Ganze läuft unter dem Landesprogramm „Integriertes Managementverfahren ‚Familienfreundliche, bürgeraktive & demografiesensible Kommune’“.

Unter der Leitung von Jens Ridderbusch vom Statistischen Landesamt ging es damals in Arbeitsgruppen sechs Stunden lang um folgende Handlungsfelder: „Gut wohnen und alles erreichbar haben“, „Attraktiv für Familien und Neubürger“, „Starke Gemeinschaft von Jung & Alt“, „Unsere Stärken sichtbar machen“. Das Zwischenfazit von Bürgermeisterin Jacqueline Förderer klang so: „Wir müssen noch mehr Menschen für die Stadt begeistern. Wenn sie sich identifizieren und integrieren, dann bleiben sie auch in Schrozberg wohnen.“

Mit den Ergebnissen der Bürgerwerkstatt setzte sich die Projektgruppe „Schrozberg 2030“ in mehreren Sitzungen auseinander. Daraufhin beschloss der Gemeinderat in der Juli-Sitzung ein Handlungskonzept. Im Oktober sollte dann eigentlich eine zweite Bürgerwerkstatt über die Bühne gehen, um über Ziele, Maßnahmen und Zuständigkeiten zu sprechen.

Auf der Liste Themen wie Wohnraum, ehrenamtliche Hol- und Bringdienste, Kinderbetreuuung, Bürgertreff, Tauschbörse, Ortschaftsrat für den Hauptort Schrozberg, Internetpräsenz der Stadt, Bürgerbüro, Kunstwerke im öffentlichen Raum, Vereinsarbeit. Doch der Termin für die zweite Bürgerwerkstatt wurde abgesagt, weil lediglich drei Anmeldungen eintrudelten.

Zu wichtig für „Verschiedenes“

Förderer will nun einen neuen Anlauf nehmen, „die Bürgerbeteiligung noch einmal aufrollen“, wie sie es formuliert. Das kündigte sie in der Januar-Sitzung des Gemeinderates unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ an. Dabei soll es um die Umsetzung der erarbeiteten Projekte gehen, natürlich könnten weitere Themenvorschläge eingebracht werden.

Und Herr Ridderbusch, so Förderer weiter, wäre grundsätzlich bereit, die Bürgerwerkstatt wieder zu moderieren. Allerdings empfehle er eine vorherige Anmeldung und eine Mindestteilnehmerzahl. „Wir brauchen mindestens 20 Anmeldungen, ansonsten macht es keinen Sinn“, betonte Förderer.

Gemeinderat Hans-Joachim Feuchter störte, dass die Bürgermeisterin die Bürgerwerkstatt „hopplahopp unter Verschiedenes“ abhandeln wollte. Das Ganze sei „so was Wichtiges“, zudem würde es darum gehen, „eine sehr weitreichende Entscheidung“ zu treffen, sagte Feuchter, „setzen Sie es auf die Tagesordnung!“

„Weiteres Vorgehen“

Dies sei erst in der nächsten Sitzung möglich, entgegnete ihm Förderer, der Termin würde sich weiter verschieben. Dabei sollte die zweite Bürgerwerkstatt im März stattfinden, so der Wunsch, aber dann sei der Termin eben nicht zu halten. Daraufhin Feuchter: „Dann ziehen wir es noch weiter hin.“ Und so gibt es jetzt in der Gemeinderatssitzung am morgigen Donnerstag einen eigenen Tagesordnungspunkt zum Thema, der da lautet: „Weiteres Vorgehen Bürgerwerkstatt“.

Spontane Teilnahmen sollen trotzdem möglich sein, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die spannende Frage ist, wie groß die Motivation sein wird, sich nach einem Jahr Pause erneut einzubringen. Selbstverständlich ist das nicht. Vielleicht hilft ja am Ende das, was schon im März 2018 half, als 60 Bürger bei der Werkstatt mitmachten. „Ich hatte meine Gemeinderäte gebeten, dass sie für Unterstützung sorgen“, sagte Förderer damals, und: „Das hat geklappt.“

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