Frankenhardt Der Weg vom Hänger auf den Grill

Frankenhardt / Johannes Ihle 07.08.2018
Beim Ferienprogramm in Frankenhardt besuchen Kinder die Familie Rüeck in Mainkling und produzieren gemeinsam Wurst aus einem Schwein, das zuvor geschlachtet wurde.

Viele Menschen essen gerne ein saftiges Stück Fleisch oder legen im Sommer das eine oder andere Würstchen auf den Grill. Doch wie diese hergestellt werden, wissen die wenigstens. Im eigenen Schlachthaus brachte die Familie Rüeck, die die „Eiche“ in Mainkling betreibt, im Frankenhardter Ferienprogramm beim Thema „Wir schlachten ein Schwein“ acht Kindern das Schlachten und die Produktion von Wurst und Fleisch näher.

Früher wurde in vielen Häusern im ländlichen Raum selbst geschlachtet. Kinder ließen auch mal die Schule ausfallen, damit sie bei diesem Ereignis dabei sein konnten. Heutzutage ist es eine Seltenheit, wenn zu Hause noch geschlachtet und Wurst hergestellt wird.

Wo ist die Leber?

Draußen vor der Tür des Schlachthauses steht ein Anhänger. Karl-Heinz Rüeck und sein Sohn Frank öffnen die Klappe, ein Schwein ist zu sehen. Die beiden bringen unter den Augen der teilnehmenden Kindern das Schwein ins Schlachthaus. Die Türe wird geschlossen, die Kinder stehen davor. „Bei der Tötung des Tiers dürfen die Kinder nicht dabei sein“, sagt Frank Rüeck. Einige Zeit später hängt das Schwein in zwei Hälften zerteilt im Schlachthaus an Haken. Karl-Heinz Rüeck kümmert sich um die Innereien des Schweins und zeigt den Kindern, wo Nieren, Leber und die weiteren Organe im Tier platziert sind. Danach zerlegt Sohn Frank das Schwein in seine Einzelteile. Während ein Großteil der Innereien und Teile des Kopfs in einem großen Kessel landen und gekocht werden, kommt ein Teil des Fleisches, nachdem der Speck abgetrennt wurde, in den Fleischwolf.

Im Anschluss verfeinert Karl-Heinz Rüeck das Hackfleisch mit verschiedenen Gewürzen und vermengt es in einer Maschine, dem Kutter, zu einer feinen Masse. Auch Eis kommt hinzu. „Das Fleisch muss kühl bleiben, damit es zusammenhält und die Wurst nicht auseinanderfällt“, erklärt Frank Rüeck den Kindern. „Im Idealfall liegt die Temperatur unter zehn Grad.“ Fleischkäse steht auf dem Programm. Die feine Masse füllt Rüeck in Schalen, die anschließend zum Backen in den Ofen kommen.

Tierarzt nimmt Probe mit

Dann werden Bratwürste produziert. Der Ablauf ist ähnlich wie beim Fleischkäse: Fleisch wird durch den Wolf gedreht, Gewürze hinzugefügt und das Ganze vermengt. Anstatt in Schalen, wird die Masse diesmal in Därme gefüllt.

Zwischendurch trifft der Tierarzt ein. Er erklärt den Kindern, worauf er bei seiner Arbeit achten muss, und nimmt ein Stück Fleisch mit ins Labor, um zu testen, ob es verwendet werden darf. An diesem Tag gibt es keine Beanstandung.

Nach der Produktion von Leber- und Blutwurst und dem Besuch der fünf Hausschweine der Familie Rüeck, dürfen die Kinder zum Abschluss die produzierten Würste selbst testen: Currywurst und Pommes stehen auf dem Speiseplan.

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