Gerabronn Der erste Zug seit - 17 Jahren 200 Fans am Gerabronner Bahnhof

RALF SNURAWA 09.09.2013
Manch einem Gerabronner schien am Sonntagmittag das Herz ein wenig weiter zu werden und schneller zu schlagen, als der erste Zug seit 17 Jahren in den wiedererweckten Bahnhof einfuhr.

"Es ist also wieder möglich, dass ein Zug auf der Strecke fahren kann. Wir habens bewiesen", stellte Oliver Paul, einer der drei Vorsitzenden des Fördervereins Nebenbahn Blaufelden-Gerabronn-Langenburg, in einer kurzen Ansprache begeistert fest. Die etwa sieben Kilometer von Blaufelden nach Gerabronn hatte die vom Verein "Dampfbahn-Kochertal Historische Bahn" gestellte Diesellokomotive in etwa 45 Minuten bewältigt.

Dass es so lange gedauert hatte, erklärte Marc Müller, einer der Fördervereinsvorsitzenden, der mitgefahren war, habe mit den Absperrmaßnahmen zu tun gehabt. Fahrdienstleiter und Lokomotivführer mussten selbst bei kleinen, die Bahnstrecke kreuzenden Feldwegen für Sicherheit sorgen.

Entlang der Strecke waren viele Fotografen zu sehen. In Oberweiler sei, so Müller, der Zug mit Beifall begrüßt worden. Die Beteiligten hätten keine Bedenken mehr gegen die Strecke gehabt. Man habe sie zuvor noch einmal kontrolliert. Lediglich einige Holzschwellen in Blaufelden seien etwas bedenklich gewesen.

Auch Marc Müller merkte man an, dass diese Zugfahrt etwas Außergewöhnliches war. Für einige Gerabronner schien die Stadt damit fast ein wenig wie wieder mit der Welt verknüpft. Rolf Wankmüller erinnerte sich an die Anlieferung von Papier aus Aalen, das am Bahnhof für die Druckerei des Hohenloher Druck- und Verlagshauses auf Lastkraftwagen umgeladen wurde.

Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm, der ebenfalls eine kurze Ansprache hielt, ist es wichtig, dass die Bahnlinie erhalten bleibt. Die Deutsche Bahn habe schon Anläufe unternommen, die Gleise an Schrotthändler zu verkaufen. Dadurch wäre die Eisenbahnstruktur unwiederbringlich verloren. Schumm lobte auch die Arbeit des Fördervereins Nebenbahn. Man habe sehen können, dass hier nicht Sprücheklopfer unterwegs seien, sondern dass der Förderverein das Bahnhofsareal erfolgreich wiederbelebt habe. Das zeigten auch die etwa 200 Eisenbahnfans, die die Einfahrt des Zugs erleben wollten. Ein fahrplanmäßiger Betrieb ist für Schumm allerdings noch in weiter Ferne.

Erst einmal sollten Museums- und Tourismuszüge fahren. Und in diese Richtung wurden mit dem Kochertalbahnverein auf dem Bahnsteig schon eifrig Pläne geschmiedet.