Die Karten für die Brückenbegehungen beim Jubiläumsfest der Kochertalbrücke am kommenden Sonntag, 14. Juli, sind schon geraume Zeit ausverkauft. „Die waren nach ein paar Tagen weg“, sagt Anne Kleiner, die im Rathaus Braunsbach mit der Vorbereitung der Festivität betraut ist. Wer keine Karten mehr ergattern konnte, wird beim Fest am und im Kulturhaus Geislingen von 10 bis 18 Uhr trotzdem auf seine Kosten kommen. „Wir haben unglaublich viel Informationsmaterial über die Brücke zusammengetragen“, so Braunsbachs Bürgermeister Frank Harsch. „Es sind auch Experten vor Ort, die sämtliche Fragen zu dem Bauwerk beantworten können.“

Mit Johannes Tautenhahn, der vor mehr als 40 Jahren als Bauleiter den Bau Deutschlands höchster Talbrücke betreut hat, wird ein ganz besonderer Gast erwartet. Vor zehn Jahren war er auch schon zu Gast bei den Braunsbacher Wintergesprächen. „Wir haben auch 25 Arbeiter eingeladen, die damals dabei waren“, sagt Kleiner. Die Kontakte seien über die damals federführende Baufirma Züblin hergestellt worden.

Das Interesse an der Brücke sei nicht nur auf die Region oder Braunsbach beschränkt, sagt Harsch: „Karten sind aus Hall, Crailsheim, aber auch aus dem Stuttgarter Raum, Ludwigsburg und Bayern bestellt worden. Sogar aus Dortmund sind welche geordert worden.“ Zwei Busse werden Kartenbesitzer im Pendelverkehr vom Kulturhaus bis zur Autobahnkapelle bringen. 1900 Karten habe man verkauft, mit Ehrengästen werden rund 2000 Besucher das Brückeninnere bis etwa zur Hälfte erkunden können. „Ganz kann man nicht durchgehen wegen der dort lebenden
Fledermauspopulation“, sagt Harsch.

Runter auf dem Kirchweg

Nach dem offiziellen Teil um 14 Uhr werden drei Führungen pro Stunde angeboten. Hoch geht es mit dem Bus, wer Lust hat, kann für den Rückweg den alten Kirchweg nutzen. „Das dauert etwa 20 Minuten“, sagt Kleiner, die über 40 Jahre als Standesbeamtin im Braunsbacher Rathaus gearbeitet hat, die Verwaltung heuer als 450-Euro-Kraft unterstützt.

„Die Idee für ein Fest ist ursprünglich von Geislinger Bürgern gekommen“, erinnert sich der Bürgermeister. „Wir haben es dann dem Regierungspräsidium vorgeschlagen.“ Die Behörde hatte ein Brückenfest noch gar nicht angedacht. „Die Organisation ist über uns gelaufen, es hat aber vieler Abstimmungen gebraucht“, sagt Kleiner. Insgesamt habe man rund ein Jahr an den Vorbereitungen gearbeitet.

Falls es einen Gewinn geben sollte, werde dieser der Kinder- und Jugendarbeit der Braunsbacher Vereine zugutekommen. Das steht aber noch nicht fest. „Man muss ja auch bedenken, dass wir die Busse und ein Festzelt am Kulturhaus anmieten müssen“, sagt der Bürgermeister.

Das könnte dich auch interessieren:

Schwäbisch Hall

Ansprachen, Führungen, ein Buch und ein Ring


Das offizielle Programm zur Feier des 40-Jahr-­Jubiläums der Kochertalbrücke beginnt am Sonntag, 14. Juli, um 14 Uhr mit der Begrüßung durch Regierungspräsident Wolfgang Reimer. Im Anschluss sprechen Steffen Bilger, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, und Winfried Hermann, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg. Nach einem Grußwort von Bürgermeister Frank Harsch fahren die Ehrengäste zur Brückenbegehung.

Die Chöre Braunsbachs werden den offiziellen Teil musikalisch umrahmen. Sie werden auch das „Brückenlied“ von Gerd Onnen (Satz) und Helmut Marstaller (Text) singen.

Im Kulturhaus Geislingen wird neben Infotafeln ein Endlosfilm über den Brückenbau vor mehr als 40 Jahren gezeigt. Das Brückenmuseum ist ebenfalls geöffnet.

Die Bewirtung übernehmen der Liederkranz Geislingen und der TSV Braunsbach. Das Hohenloher Backhäusle versorgt die Besucher mit Blooz.

Aus Anlass des Jubiläums erscheint am 14. Juli das Buch „Die Kochertalbrücke. Deutschlands höchste Brücke, ein Kulturdenkmal für Europa“, herausgegeben vom Verein Deutscher Ingenieure. Es umfasst 176 Seiten mit vielen Fotografien von Roland Bauer und historischen Aufnahmen (mehr dazu demnächst). Außerdem stellt die Goldschmiedin Regina Hiestand aus Steinkirchen beim
Fest ihren „Brückenring“
vor. noa