Fichtenberg Der Buchsbaumzünsler hat die Schanz überquert

Die Raupe des Buchbaumzünslers kurz vor dem Verpuppen. Der Schädling ist jetzt auch in den Landkreis Schwäbisch Hall eingewandert. Foto: dpa
Die Raupe des Buchbaumzünslers kurz vor dem Verpuppen. Der Schädling ist jetzt auch in den Landkreis Schwäbisch Hall eingewandert. Foto: dpa
RIF 12.09.2013
Gartenbesitzern macht ein neuer Zuwanderer zu schaffen. Der Buchbaumzünsler hat das Limpurger Land erreicht.

Der kleine, unscheinbare Falter mit dem schönen Namen Buchbaumzünsler ist ausgesprochen schleckig. Er ernährt sich ausschließlich von Buchsbaumblättern, und wenn man ihn nicht stoppt, hört er erst auf, wenn nichts mehr da ist.

Bisher war der Schädling im Limpurger Land eher unbekannt, allerdings war es nur eine Frage der Zeit, bis er sich bemerkbar machen würde. Experten beobachten seit Jahren, wie sich der Buchsbaumzünsler, der ursprünglich aus Ostasien kommt, von Ungarn über Österreich und Bayern und aus Frankreich verbreitet. 2007 habe er "den Rhein überschritten", berichtet Johannes Eder von der Beratungsstelle für Obst-, Gartenbau und Landschaftspflege des Rems-Murr-Kreises.

Seitdem habe er sich alle Jahre ein paar Kilometer weiter nach Westen bewegt. 2011 sei der Buchsbaumzünsler in Hegnach aufgetaucht und nun, zwei Jahre später, hat er offenbar auch die "Schanz" überwunden. Denn bisher wurde der Buchsbaumzünsler vor allem aus Fichtenberg gemeldet - dort regnet es Raupen, wenn man an den befallenen Pflanzen rüttelt.

Bis nach Gaildorf ist der Schädling offenbar noch nicht gekommen - zumindest hat Wilhelm Möller, der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, noch nichts Gegenteiliges gehört. Allerdings bezweifelt er nicht, dass man sich demnächst Gedanken über Gegenmaßnahmen machen muss.

Das empfiehlt auch Johannes Eder. Der Buchsbaum ist robust, er kann einen Kahlfraß durch den Schädling überleben und neu austreiben, allerdings sieht er danach unansehnlich aus. Mit Pflanzenschutzmitteln könne man dem Buchsbaumzünsler problemlos Herr werden, sofern man den richtigen Zeitpunkt wählt, sagt Eder.

Denn der Schädling entwickelt im Lauf einer Saison bis zu drei Generationen. Effektiv angegriffen werden kann er allerdings nur, so lange die Raupen fressen. Haben sie bereits begonnen, Fäden zu spinnen, ist sprühen nutzlos, weil sie dann keine Nahrung mehr aufnehmen. Dann hilft nur, die nächste Generation abzuwarten. Er habe gehört, man könne den Buchsbaumzünsler auch mechanisch bekämpfen, nämlich mit dem Hochdruckreiniger, sagt Eder. Ihm leuchtet das ein: "Ich würds versuchen."