Neues Sparkassen-Gebäude im Solpark Der „letzte Akt“ ist abgeschlossen

Norbert Acker 07.12.2018
Die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim weiht ein neues Gebäude im Haller Solpark ein. Die Filialen Hessental und Sulzdorf werden dort zusammengelegt. Firmenkundenberater ziehen auch ein.

Während an der Rückseite des neuen Sparkassengebäudes im Haller Solpark noch Handwerker an der Fassade arbeiten, füllt sich am frühen Donnerstagnachmittag die Eingangshalle. Die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim hat zur Einweihung ihres neuen Baus geladen und Bankmitarbeiter, beteiligte Handwerker sowie Vertreter des Haller Gemeinderats sind gekommen. Dabei hat es bis vor ein paar Tagen noch gar nicht danach ausgesehen, dass der Termin tatsächlich stattfinden kann. „Gestern hätte ich nicht gedacht, dass wir heute hier stehen“, sagte Sparkassenvorstandsvorsitzender Thomas Lützelberger in seiner Begrüßung. Dass es geklappt hat, verdanke man den Mitarbeitern der Handwerksbetriebe. „Wir sind stolz, dass wir für die Realisierung fast ausschließlich regionale Firmen beauftragen konnten“, stellte er fest.

Der Faktor Zeit sei bei dem rund 5,7 Millionen Euro teuren Bauprojekt die größte Herausforderung gewesen, führte der Vorstandschef weiter aus. Im November 2017 habe man mit dem Bau begonnen. Die Entscheidung, die schlecht sanierbare Filiale in Hessental sowie jene in Sulzdorf zu schließen und die insgesamt sieben Mitarbeiter in der neuen Filiale im Solpark zusammenzuziehen, gehöre als „letzter Akt“ zur 2015 beschlossenen Neustrukturierung des Vertriebs der Sparkasse. „Unsere Privatkunden werden ihre vertrauten Berater behalten. Das war uns wichtig“, unterstrich Lützelberger. Außerdem fänden in dem dreistöckigen, modernen Bau auch 20 Firmenkundenberater neue Einzelbüros.

Es sei dem Architektenbüro Kraft und Kraft aus Schwäbisch Hall gelungen, das von der Stadt Hall gewünschte „Eingangstor“ für den Solpark zu schaffen. „Die Verkehrsanbindung an diesem Standort ist außerdem ideal“, so Lützelberger. Mit dem neuen Gebäude habe man die „160-jährige Sparkassengeschichte erfolgreich weitergeschrieben“.

Das Geldinstitut habe sich mit dem Neubau ein „schönes Nikolausgeschenk“ gemacht, sagte Landrat Gerhard Bauer. Der Vorsitzende des Sparkassenverwaltungsrats bezeichnete das Gebäude als „architektonische Augenweide“ und lobte die Sparkasse als „stabilisierenden Faktor für die Zukunft der Region“ und „profunden Finanzpartner“.

„Jetzt haben wir es doch noch geschafft“, sagte Architekt Lorenz Kraft. An ein paar kleinen Stellen klemme es zwar noch, aber dem für Freitag geplanten Betriebsstart für den Privatkundenbereich stehe nichts mehr im Wege. Man habe sich ein sportliches Ziel gesetzt, das man in einer unfallfreien Bauphase umgesetzt habe. „Wir haben Gedachtes zu Gebautem gemacht“, so Kraft. „Wir haben ein Haus für die Kunden, für die Menschen gebaut.“ Ob er sich vorstellen könne, sich mit dem Bau für einen Architekturpreis zu bewerben, könne er noch nicht sagen, meinte Kraft im Anschluss an die Einweihung: „Vielleicht, aber wir sind ja auch erst gerade fertig geworden.“

Mit kirchlichem Segen

Außerhalb Bayerns würden wahrscheinlich wenig Bankvorstände auf die Idee kommen, sich für einen Neubau kirchlichen Segen zu holen, sagte Pfarrer Johannes Beyerhaus. Er habe daher nicht gezögert zuzusagen, als man ihn darum gebeten hatte. Denn es gebe zwar durchaus auch Konflikte zwischen der Welt der Finanzen und der kirchlichen, aber über 700 Bibelstellen zum Thema Geld zeigten auch, dass es einige Überschneidungen gebe.

Nach dem Segen des Pfarrers lud Lützelberger die Gäste ein, sich in dem Gebäude umzuschauen. Den Unterschied zwischen öffentlichen Bauprojekten, die oftmals länger brauchen, und denen der Wirtschaft erklärte er auf Nachfrage so: „Man muss eben immer hinterher sein. Und das waren wir.“

Die geschlossenen Filialen waren unwirtschaftlich

In dem neuen Gebäude im Solpark legt die Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim die Filialen Hessental, Sulzdorf und die SB-Stelle Solpark zusammen. Außerdem wird das Firmenkundengeschäft dort zentriert.

Die Räumlichkeiten in Hessental waren aufgrund des Wachstums der Sparkasse nicht mehr ausreichend. Eine Renovierung des Gebäudes war aus wirtschaftlicher Sicht „nicht vertretbar“, teilt die Sparkasse mit. Außerdem sei die Parkplatzsituation in der Sulzdorfer Straße zu eingeschränkt.

In Sulzdorf hätten die hohen Fixkosten in keinem Verhältnis mehr zum Nutzverhalten der Kunden gestanden. „Aus betriebswirtschaftlicher Sicht war die Filiale schon längere Zeit nicht mehr tragfähig. Ein Bargeld-Bringservice für nicht mobile Kunden sei geplant. Berater werden bei Bedarf in Zukunft auch nach Hause zu den Kunden kommen.

Der Neubau ist barrierefrei gestaltet. Die Glasfassade umfasst 200 freistehende Betonsäulen. Im Erdgeschoss befindet sich der Privatkundenbereich mit SB-Automaten, im ersten und zweiten Obergeschoss ist die Firmenkundenberatung untergebracht. Im dritten Obergeschoss ist ein Sitzungsraum. noa

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