Abschluss Den ländlichen Raum mit Weitblick aktiv entwickelt

Stimpfach / Christine Hofmann 18.06.2018
Das Flurneuordnungsverfahren Stimpfach ist nach 18 Jahren mit einem Festakt in der Waldhalle beendet worden. Die Teilnehmer haben gemeinsam Zukunft gestaltet.

Als Rückgrat Baden-Württembergs bezeichnete Friedlinde Gurr-Hirsch den ländlichen Raum. Dessen Potenziale gelte es zu erhalten und zu stärken. „Denn nur mit funktionierenden nachhaltigen Strukturen sind ländliche Regionen wettbewerbsfähig und attraktiv“, so die Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Gurr-Hirsch war zur Abschlussveranstaltung des Flurneuordnungsverfahrens Stimpfachs am Freitag in die Waldhalle gekommen und lobte: „Die Flurneuordnung Stimpfach ist ein gelungenes Beispiel, wie der ländliche Raum mit Weitblick aktiv entwickelt werden kann.“

Dank an die Teilnehmer

Der Einsatz der rund 3,4 Millionen Euro Fördergelder sei eine wichtige Investition in die Zukunft der Gemeinde gewesen, fuhr die Staatssekretärin fort und würdigte die Arbeit des ehrenamtlichen Vorstands der Teilnehmergemeinschaft mit einer Dankesurkunde des Landes Baden-­Württemberg.

Die Flurneuordnung begann im Januar 2000. 2004 wurde der erste Baggerbiss getätigt, dem viele weitere folgten: Neue Wege wurden angelegt und vorhandene ausgebaut, wodurch Fluren, Ortsteile und die Landschaft für die Naherholung erschlossen wurden. So wurden beispielsweise die Schaftriebwege von Weipertshofen her fortgesetzt oder der Kocher-Jagst-Radweg vom Berg hi­nunter ins Tal verlegt. Vor allem aber wurden landwirtschaftliche Flächen optimiert: Aus 2400 überwiegend kleinen Grundstücken wurden 1200 leichter zu bewirtschaftende Feld- und Flurflächen.

Das Verfahren machte nicht an der Gemeindegrenze halt: Die gesamte Jagstaue zwischen Jagstzell und Stimpfach wurde als Naherholungsgebiet erschlossen und durch Bänke, Schutzhütte, Beachvolleyballfeld und Bolzplatz aufgewertet. Fünf neue Brücken und eine Furt wurden gebaut, der Hochwasserschutz verbessert und ein Regenrückhaltesee angelegt.

„Auch der Naturschutz kam nicht zu kurz“, erinnerte Bürgermeister Matthias Strobel. Hunderte neuer Bäume und Tausende Heckenpflanzen seien gepflanzt worden. „Ich glaube, man kann mit Fug und Recht behaupten, es wurde nicht nur viel, sondern auch Nachhaltiges geschaffen“, so Strobel.

Besonders hob der Bürgermeister die Leistung des Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, Karl Erhardt, hervor, der – wie die meisten der Vorstandsmitglieder – die ganzen 18 Jahre lang in der Verantwortung war.

Zahlreiche Arbeitseinsätze gab es während dieser Zeit und – wie Landrat Gerhard Bauer nachgezählt hatte – 66 Vorstandssitzungen. „Das Ziel, das bestmögliche Ergebnis für alle Beteiligten zu erreichen, wurde erreicht“, sagte Bauer und erinnerte daran, dass in einem solchen Verfahren nie alle Teilnehmer vollauf zufriedengestellt werden könnten. „Wenn 95 Prozent zufrieden sind, ist das schon viel.“

Der Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft zeigte sich jedenfalls zufrieden mit dem Ergebnis. Er dankte allen, die das Verfahren unterstützt haben, sowohl ideell als auch fachkundig und finanziell. Die Gemeinden Stimpfach und Jagstzell sowie die Jagdgenossenschaft Stimpfach hatten einen freiwilligen Beitrag in Höhe von 238 000 Euro beigesteuert. Die Teilnehmer mussten einen Eigenanteil von 455 000 Euro aufbringen. Erhardt: „Unser Dank geht auch an das Ministerium für Ländlichen Raum. Ohne die Zuschüsse von 3,4 Millionen Euro wäre die Durchführung dieses Verfahrens schlicht unmöglich gewesen.“

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Millionen Euro wurden im Verfahren ausgegeben. Es gab Zuschüsse von Land, Bund und der EU in Höhe von 3,35 Millionen Euro.

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