Serie Den Geschmack des Nordens in den Süden holen

Gerabronn / Christine Hofmann 27.09.2017
Karin Haberlandt aus Gerabronn kennt sich bestens mit Fisch aus. Ihre Fischröllchen sehen raffiniert aus – und sind doch ganz leicht zuzubereiten.

Ich mag fast alle Fische“, sagt Karin Haberlandt (56) aus Gerabronn. Besonders gefällt ihr am Fisch, dass er gesund ist, leicht bekömmlich und äußerst vielseitig in der Küche. Man kann ihn dämpfen, kochen, frittieren oder braten. Beim Braten ist es wichtig, eine gute Pfanne zu verwenden, damit der Fisch nicht haften bleibt. „Ein weiteres Geheimnis ist, den Fisch nicht zu oft zu wenden – sonst zerfällt er“, verrät Haberlandt.

Für die Zubereitung von Fisch gelten drei Grundsätze: säubern, säuern, salzen. Die sollte man stets beherzigen, rät die Expertin. „Die Zitrone nimmt etwas den Geruch, daran stören sich ja manche Leute. Und sie sorgt außerdem noch für einen frischen Geschmack.“

Die gelernte Friseurin hat von ihrer Mutter Kochen gelernt, später für ihre eigene Familie gekocht – ihre drei Kinder sind inzwischen erwachsen – sie hat viel ausprobiert und auch ein wenig experimentiert. Ihre Liebe zum Fisch spiegelt sich natürlich auch in ihrer Küche wider. Mehrmals in der Woche kommt Fisch auf den Tisch.

Das kommt nicht von ungefähr: Als Fischhändlerin ist die 56-Jährige mit ihrem Mann Christof, der aus Norddeutschland stammt, und einer Angestellten seit 20 Jahren auf verschiedenen Wochenmärkten in der Region unterwegs. Sie verkauft frischen Fisch, der direkt vom Hamburger Fischmarkt geliefert wird, freitagnachmittags in Gerabronn – und außerdem in Aalen, Ansbach, Öhringen, Weinsberg, Tauberbischofsheim und Künzelsau. Karin Haberlandt ist gern auf dem Wochenmarkt.  Besonders schätzt sie den Kontakt zu den Kunden. „Viele trauen sich anfangs nicht, ein Fischgericht zu kochen. Dabei ist es ganz einfach“, erzählt die gebürtige Gerabronnerin. „Doch ich habe es schon oft erlebt: Wer es einmal ausprobiert hat, macht es immer wieder.“

Fischröllchen mit Spinatfüllung

Zutaten

Für vier Personen benötigt man 600 bis 800 g Fischfilet (Rotzunge, Scholle, Kabeljau oder Heilbutt), 500 g Spinat, 2 EL Olivenöl, 1 Zwiebel (fein gehackt), 2 Knoblauchzehen, 2 Becher Sahne, 1 Becher Schmand oder Sauerrahm, 1 Zitrone, ½ TL Gemüsebrühe (Pulver), Salz und Pfeffer.

Zubereitung

Den Fisch unter fließendem Wasser abwaschen, mit Küchenkrepp trocken tupfen und mit Zitronensaft beträufeln. Anschließend salzen und pfeffern. Für die Füllung Spinat waschen und putzen. In einem Topf Olivenöl erhitzen, ½ Zwiebel (gehackt) und eine Knoblauchzehe (gepresst) und den Spinat dazugeben und unter Rühren kochen, bis der Spinat zusammenfällt. Mit Salz und Pfeffer würzen und in einem Seiher abtropfen lassen.

Für die Soße ½ Zwiebel (gehackt) glasig dünsten, 1 Knoblauchzehe (gepresst), Sahne, Schmand, Salz, Pfeffer und etwas Brühe dazugeben und einköcheln lassen. Wer mag, kann einen Schuss Weißwein zur Soße geben.

Die gewaschenen Fischfilets von beiden Seiten pfeffern und salzen, mit Blattspinat belegen, einrollen und mit Zahnstochern befestigen. Die Fisch­röllchen in den Topf mit der Soße legen, Deckel drauf und bei reduzierter Hitze 15 bis 20 min leicht köcheln lassen. Alternativ kann man die Fischröllchen mit der Soße auch in einer Auflaufform im Backofen garen – 15 bis 20 min bei 160 Grad.

Als Beilage eignen sich Kartoffeln, Reis oder Nudeln. hof