Die Gottesackerkapelle auf dem Crailsheimer Ehrenfriedhof weist in ihrem Inneren eine bemerkenswerte Deckenlösung auf: Über den Raum spannt sich eine Holztonne, die vermutlich aus der Erbauungszeit stammt. Sie ist vollständig mit einer Wolkenmalerei versehen, die in großzügigen, schwungvollen Pinselstrichen aufgebracht wurde. Zwischen den Wolken spickeln da und dort kleine Engelsköpfchen hervor.

Seit ein Gerüst in der Kapelle aufgestellt ist, können sich die an der Sanierung beteiligten Projektmitarbeiter ein Bild von den Verschmutzungen und den Schäden machen. Deren Ausmaß ist vom Boden so nicht festzustellen. Jan Hofacker, der als Leiter des Bereichs Hochbau für die Gebäude der Stadt Crailsheim zuständig ist, sagt über den Zustand der Decke: „Der Verlust von Malschichten ist wirklich massiv.“

Die Malerei löst sich an vielen Stellen vom Untergrund und blättert ab, was unterschiedliche Ursachen hat. Zum einen wurden die Bretter vor ihrer ersten Bemalung nur grob zugerichtet, und auf dieser faserigen Oberfläche hält die Malerei eher schlecht. Zum anderen könnten Temperatur- und Feuchtigkeitswechsel für ein Ablösen verantwortlich sein. Viele Bretter im unteren Bereich der Tonne wurden vermutlich wegen Feuchteschäden bereits einmal ausgewechselt. Die Malerei wurde dort nach dem Vorbild der älteren ergänzt.

Vor den dringend notwendigen restauratorischen Maßnahmen soll der Bestand untersucht werden, wie Jan Hofacker erläutert: „Die Holztonne in der Gottesackerkapelle ist mit ihrer Malerei nicht wirklich erforscht. Mit Hilfe der Restauratorin möchten wir nun feststellen, wie viele Malschichten es gibt und wie sie datiert werden können.“

Diplom-Restauratorin Karin Krüger aus Aalen hat die Malerei an einigen Stellen bereits untersucht, das Ausmaß der Schäden dokumentiert und malerische Ergänzungen aus späterer Zeit festgestellt.

In Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege wird nun das weitere Vorgehen für die Reinigung und Festigung der Malerei geplant. Dazu ist der Leiter der Bau- und Kunstdenkmalpflege, Andreas Menrad, nach Crailsheim gereist, um zu planen, wie die Reinigung und Konservierung der Malerei durchgeführt werden kann. Jan Hofacker erklärt dazu: „Das Ziel ist es, die Malerei für die nächsten Jahrzehnte zu erhalten.“