Spitalhof als Interimslösung im Gespräch Dem Campus Hall gehen die Hörsäle aus

Lehrbeauftragter Hans-Jürgen Meier spricht im Hörsaal des Campus Schwäbisch Hall über die Einführung in das Vertriebsmanagement, Studiengang "Management und Vertrieb: Industrie". Foto: Thumi
Lehrbeauftragter Hans-Jürgen Meier spricht im Hörsaal des Campus Schwäbisch Hall über die Einführung in das Vertriebsmanagement, Studiengang "Management und Vertrieb: Industrie". Foto: Thumi
Schwäbisch Hall / THUMILAN SELVAKUMARAN 29.03.2012
Der Campus Hall wächst weiter. Zum Wintersemester wird der sechste Studiengang eingeführt. Gleichzeitig wird die Kapazität im Gebäude knapp. Bis Oktober müssen neue Räume gefunden werden.

Junge Studenten sitzen im Hörsaal und lauschen ihrem Professor. Es geht um Verkauf, es geht um Wachstum. Das, was die möglichen Führungskräfte von morgen vermittelt bekommen, demonstriert der Campus Hall direkt selbst. 2009 mit zwei Studiengängen gestartet, führt die Außenstelle der Hochschule Heilbronn drei Jahre später den sechsten ein. Mit 50 jungen Menschen begonnen, werden zum Wintersemester im Oktober 700 Studenten erwartet.

Auch die Pläne für die neue Fakultät Medien-Design werden konkreter. "Senat und Hochschulrat befürworten unser Vorhaben", sagt Professor Dr. Ulrich Brecht, Dekan der Fakultät Management und Vertrieb. Nun muss die Finanzierung geklärt werden. Bereits 2013 könnten dort weitere Studiengänge starten.

Der Campus Hall wächst so rasant, dass das Gebäude am Ziegeleiweg - von der Bausparkasse gestiftet und von der Stadt 2009 umgebaut - drei Jahre später ihre Kapazitätsgrenze erreicht hat, auch ohne neue Fakultät. Ulrich Brecht kann sich sein stolzes Lächeln nicht verkneifen. Mit diesem Tempo hat auch er nicht gerechnet.

Die Stadt hat daher bereits das ehemalige Schwend-Areal in den Herrenäckern gekauft und plant derzeit mit dem Campus Hall, wie die Räume dort genutzt werden können. "Ein Einzug zum Wintersemester 2013/2014 wäre geschickt", so Martin Kaspar, Referent des Oberbürgermeisters. Aber noch sind die Strukturen zur geplanten zweiten Fakultät nicht ausgetüftelt. Das sei aber wesentlich, damit die Räume bedarfsgerecht umgebaut werden können.

Das Problem ist nun, dass die Hochschule bereits im Oktober aus allen Nähten platzen wird. Eine Interimslösung muss her. "Im Gespräch ist unter anderem die ehemalige Musikschule in der Gelbinger Gasse", sagt Ulrich Brecht.

Das bestätigt Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim, der eine andere Lösung bevorzugt. "Kapazität und Brandschutz reichen in der Gelbinger Gasse nicht. Wir müssten 300000 Euro investieren. Für eine Interimslösung ist das zu viel." Am Spitalhof, wo derzeit die Fachhochschule für Gestaltung die Räume nutzt, gebe es aber Platz.

Pelgrim: Bei Vorlesungen mit 60 Studenten brauche man Säle ab 100 Quadratmeter. Davon gebe es dort zwei. Seminare könnten in kleineren Räumen stattfinden. Die alte Musikschule sei dafür weiter interessant. "Diese Lösung würde nur 70000 Euro kosten."

Am Mittwoch diskutierte Pelgrim mit Vertretern von Campus, Fachhochschule und Goethe-Institut. "Es ist noch keine Entscheidung getroffen", so der OB, "es ist nicht klar, ob das realisiert werden kann." Denn die drei Einrichtungen müssten flexibel sein. Deutschkurse des Goethe-Instituts könnten beispielsweise in das alte Fachhochschulgebäude an der Salinenstraße verlegt werden.

"Die Wege sind trotzdem kürzer als für die Schüler am großen Schulzentrum West", versucht Pelgrim zu relativieren. Ulrich Brecht sieht aber genau da das Problem - sowohl in der Interimslösung, als auch später in den Herrenäckern. "Die Wege werden immer weiter - für Studenten und Personal. Das haben wir zum Start 2009 nicht ahnen können." Die Hochschule sei nun Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden.