Langenburg Das Lüftchen vor dem Sturm: Tagung der EnBW in Langenburg bilanziert den Stand der Windrad-Planungen

Bei dem EnBW-Symposium im Langenburger Schloss bilanzieren Experten den Stand der Windkraftnutzung in Baden-Württemberg. Am Rednerpult: Eckard Veil, Vorstandsvorsitzender der ZEAG Energie AG. Foto: Harald Zigan
Bei dem EnBW-Symposium im Langenburger Schloss bilanzieren Experten den Stand der Windkraftnutzung in Baden-Württemberg. Am Rednerpult: Eckard Veil, Vorstandsvorsitzender der ZEAG Energie AG. Foto: Harald Zigan
HARALD ZIGAN 24.05.2013
Beim Windrad-Bau im Land weht derzeit nur ein schwaches Lüftchen. Die Windpark-Planungen aber schreiten stürmisch voran, wie eine Tagung des Energieversorgers EnBW in Langenburg zeigte.

Vor einem Jahr wurde das Landesplanungsgesetz novelliert: Seither können nicht nur Regionalverbände, sondern auch Kommunen erstmals darüber entscheiden, wo sich künftig die Rotoren drehen sollen. Die Frage nach dem aktuellen Stand der Wind-Dinge ließ die EnBW bei ihrem Symposium im Langenburger Schloss von etlichen Experten beantworten. Unter dem Strich sieht die Lage so aus: Die Planungsmaschinerie rotiert derzeit nicht nur in einschlägigen Behörden, sondern auch bei Energie-Unternehmen wie der EnBW auf Hochtouren.

Die Windräder werden aber wohl erst im nächsten Jahr massenweise in den Himmel wachsen, wenn die Planungen alle genehmigungsrechtlichen Hürden übersprungen haben. Zum ehrgeizigen Plan der grün-roten Landesregierung, bis zum Jahr 2020 den Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung auf zehn Prozent zu steigern, trugen im Vorjahr gerade mal 13 neue Windräder in Baden-Württemberg bei. Derzeit weiß das Umweltministerium in Stuttgart von rund 330 Windrad-Anträgen.

Vom Winde verwöhnt

Das vom Winde verwöhnte Hohenloher Land spielt jedenfalls eine herausragende Rolle bei dieser Energiewende - für den Hausherrn Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg, der zusammen mit der EnBW selbst einen Windpark im Brüchlinger Wald realisieren will, stellt die Windenergie "eine große Chance für den ländlichen Raum" dar. Von regionalen "Wertschöpfungsketten" sprach auch Klaus Mandel - wobei der Direktor des Regionalverbandes Heilbronn-Franken schon gewisse "Sollbruchstellen" zwischen Stadt und Land entdeckt hat: "Manche Leute auf dem Land fragen sich schon, warum ausgerechnet hier die Windrad-Last geschultert werden soll." Das Glück oder - je nach Sichtweise - das Unglück der Windhöffigkeit sei eben ausschlaggebend für die Windpark-Standorte.

In die Feinheiten der Potenzialflächen-Planung im Kreis Hall gab Diplom-Ingenieur Jens Fuhrmann einen Einblick. Die möglichen Areale stehen im Kreis Hall so gut wie fest, viele Daten fehlen aber noch - wie zum Beispiel flächendeckende Untersuchungen zum Artenschutz.

Als juristischer Spezialist für Konflikte zwischen Windkraft und Bundeswehr ließ der Rechtsanwalt Martin Maslaton kein gutes Haar an Militärs, Flugsicherung und Verkehrsministerium: Befürchtete Auswirkungen der Windräder etwa auf Radaranlagen seien in vielen Fällen "purer Unsinn".

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