Umleitung Das lange Warten auf den Gutachter

Aufregerthema: Leserinnen und Leser haben sich im Winter über fehlende Unterstützung für Christine Reinhardt geärgert. Entscheidende Fragen sind bis heute nicht beantwortet.
Aufregerthema: Leserinnen und Leser haben sich im Winter über fehlende Unterstützung für Christine Reinhardt geärgert. Entscheidende Fragen sind bis heute nicht beantwortet. © Foto: Foto Birgit Trinkle
Wallhausen / Birgit Trinkle 14.03.2018

Das so heftig ramponierte blaue Haus an der Einmündung der Hirtengasse in die Hauptstraße sieht schon etwas besser aus. Während die gröbsten Löcher notdürftig geflickt wurden, ist die Schadensregulierung nach wie vor ungeklärt.

Das Haus der Dorfhelferin Christine Reinhardt lag im vergangenen Jahr an der Umleitungsstrecke für die gesperrte Ortsdurchfahrt der B 290, gerade mal einen Meter weg von der Straße und damit von der 90-Grad-Kurve. Immer wieder scheiterten Lasterfahrer beim Versuch, diesen Engpass zu passieren. In kürzester Zeit war das frühere Bauernhaus schwer beschädigt: Hohlblocksteine waren herausgerissen, im Mauerwerk zeigten sich tiefe Risse, und selbst Natursteine im Fundament wackelten. Weil auch die Dachrinne zerstört wurde, drang Regenwasser in die Wände ein. Verursacher wollten sich zunächst keine finden, und dass sich auch Ämter und Versicherungen nicht zuständig fühlten, sorgte für einige Verärgerung. Das Kennzeichen eines bulgarischen Lkw wurde notiert, ein anderer Fahrer nach einer Verfolgungsjagd gestellt, doch konkrete Folgen hat das bis heute nicht.

Die Gemeinde steht zusammen

In der Adventszeit hat die Familie Hammer, wie es Brauch ist, mit ihrem Familienkonzert die Weihnachtszeit eingeläutet. Weil die Gemeinde noch immer an den Kosten für die Sanierung der Hengstfelder Kirche zu tragen hat, war der Erlös eigentlich für St. Lambert gedacht. Klaus Seibold, gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderats, erklärte an diesem Abend aber, dass die Spenden für Christine Reinhardt bestimmt seien, sollte sie tatsächlich keinen Schadensersatz dafür erhalten, dass die unfallflüchtigen Lasterfahrer ihr Haus demolierten. Wenn gar nichts anderes geht, geht Dorfgemeinschaft.

Das war vor fast einem Vierteljahr. Der Hengstfelder Pfarrer Markus Hammer bekräftigt jetzt  Seibolds Aussage. Es gebe noch immer Probleme mit dem Spediteur, und noch immer sei kein Gutachter in Hengstfeld gewesen, was eigentlich nicht sein könne: „Das muss jetzt schnell gemacht werden, damit man weiß, ob von Versicherungsseite noch mit Geld zu rechnen ist.“

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