Ein kunterbuntes Panorama aus anekdotisch-ironisch aufbereiteten, oft nervigen, aber auch kuriosen Alltagserlebnissen und menschlichen Schwächen präsentiert der Comedian Linkmichel beim schwäbischen Kabarettabend. Vom Start weg sorgt der Neuffener dafür, dass die große Zuhörerschar in der Gemeindehalle sich gar nicht mehr einkriegt vor Vergnügen und gemeinsam in den Dauerlachmodus umschaltet.

In seinem Programm „Planet Frau“ nimmt er weibliche und männliche Eigenschaften, merkwürdige Verhaltensweisen und Angewohnheiten aufs Korn. Dazu braucht Linkmichel alias Michael Klink weder Kostüme noch Bühnendeko, bloß ein Stehtischchen. Dafür zieht er alle Register seiner Kunst: Von Herzen brennt er ein Feuerwerk ab aus treffenden Wortspielereien und urkomisch-überraschenden Pointen, unterstrichen durch Mimik und energiegeladene Gestik.

Selbst Mitglied der Generation Ü 50, verspottet er seine männlichen Altersgenossen, die sich nutzlos fühlen, ein Mountainbike zulegen und in hautenge neonfarbene „Wurstpellen“ zwängen, „bis die Rehe blind werden“. „Man(n) muss sich nicht mit aller Gewalt zum Gespött der Waldtiere machen: Kein Wolf würde einen Mountainbiker anfallen, denn das Auge isst mit.“ Der Nordic-Walker sei der „natürliche Feind“ des Mountainbikers, doch „erst in akuter Lebensgefahr bemerkt er, dass er ohne Stöcke schneller ist“.

Mehr kaufen statt drängeln

Viel Spaß machen seine Erlebnisse an der Supermarktkasse: „Ein 14-jähriger Alpha-Kevin“, der sich vordrängeln will, „fragt: „Hey Alder, kann ich kurz vorne? Guckst du, hab ich bloß des.“ Dies quittiert Linkmichel schnoddrig mit: „Ha, no kauf halt mee!“ Besonders nervig seien Leute – vorwiegend Frauen –, die Tausende Artikel kaufen, und erst wenn die Kassiererin den letzten über den Scanner gezogen hat, anfangen, den Geldbeutel zu suchen: „Nach 40 Jahren Einkaufen kann man von allein draufkommen, dass man am Schluss zahlen muss.“

Ein besonderes Reizthema für den stolzen Vater dreier Töchter sind Elternabende: „Immer diese penetranten Zeitschindermütter“, die immer noch so Fragen stellen, ob’s an der Konzentration oder der Einstellung ihrer Kinder liegt, weshalb diese im Unterricht Probleme haben, „damit sie nicht heimmüssen“. Doch hat er erkannt: „Sobald du die Eltern siehst, wird dir klar, dass das Kind nix dafür kann.“

Der Comedian verblüfft die Gäste, indem er zugibt, im Zwiespalt und nur zur Hälfte „a Schwob“ zu sein, denn seine Mutter kommt aus Hamburg und sein Vater aus Neuffen. So vereint er den norddeutsch-kühlen, analytischen Blick auf Umwelt und Mitmenschen mit süddeutschem Humor und Temperament. Nichtsdestotrotz zieht er über die Nordlichter her: „Der viele Fisch macht bloß grätig“ und „wer so viel Watt hat, sollte heller sein“. Dabei seien die norddeutschen Schüler noch blöder als die süddeutschen, weil sie kein Hochdeutsch könnten, meint er.

Könnte Gott eine Frau sein?

Tochter Paula finde, „eigentlich könnte Gott doch auch eine Frau sein“. Doch das sei „vollkommen absurd“, ist der Comedian überzeugt. Denn Frauen hätten den kompletten Planeten nie in sechs Tagen erschaffen können, weil sie schon für kleine kreative Arbeiten enorm viel Zeit brauchten. Und wegen ihrer Krankheit „Dekomanie“, mit der sie die ganze Wohnung mit dekorativem Krimskrams füllten, hätte es im Himmel keinen Platz mehr.

Einen weiteren Unterschied zwischen Männern und Frauen bringt der Kabarettist auf den Punkt: „Der Frauenblase fehlt ein Pegelmesser“, deshalb müssten sie „immer jetzt sofort und ganz dringend“ aufs Klo, vor allem während Autobahnfahrten. Männer dagegen erst demnächst – sofern sie noch keine Prostataprobleme haben.

Mit stürmischem Applaus dankt das Publikum Linkmichel. Der dreht auf laute „Zugabe“-Rufe noch mal richtig auf und verrät, welche Hollywood-Stars seine Frau und er verehren: „Wenn ein Film mit dem bösen Klebestift Bad Pritt oder dem Depp, dem Johnny, läuft, kriecht se fascht in da Fernseher nei.“ Er dagegen stehe auf „Basic Instinct“ und Sharon Stone. Sein größter (erotischer) Traum wäre, sie mal ganz zufällig an seiner Lieblingstankstelle zu treffen. Dabei würde sie ihn hochentzückt als „the famous Linkmichel“ erkennen, und er würde sofort mit ihr nach Hause fahren und dann „Vollgas geben“ – „so lang muss Julia Roberts halt in der Garage warten“.