Landkreis Hall / Gottfried Mahling Die Auswertung des Polizeipräsidiums Aalen offenbart für den Landkreis Hall gleich mehrere unerfreuliche Trends.

Die gute Nachricht vorab: Im letzten Jahr ereigneten sich im Landkreis Schwäbisch Hall weniger tödliche Verkehrsunfälle als noch im Jahr 2017. Der Rückgang von 15 auf 10 Verkehrstote bedeutet ein Minus von 33,3 Prozent

Unsere Info zum Stau am 16. April 2019:

Am Dienstag sind vier Lkw bei einem Unfall aufeinander geschoben worden. Die A6 bei Ilshofen war stundenlang gesperrt.

„Die mit Abstand häufigste Ursache bleibt überhöhte Geschwindigkeit“, sagte Kriminaldirektor Ottmar Kroll bei der Präsentation der Verkehrsstatistik des Polizeipräsidiums Aalen.

In dem Artikel sammeln wir Verkehrsmeldungen aus dem Jahr 2018:

Am Sonntag hat sich ein Mercedesfahrer auf der A6 bei Crailsheim mit seinem Wagen überschlagen. Warum, steht noch nicht fest.

Die Gesamtzahl der Unfälle hat im Landkreis indes um 0,5 Prozent zugenommen. 5176-mal krachte es 2018 auf den Straßen der Region. 685-mal wurden dabei Verkehrsteilnehmer verletzt, was einen Anstieg der Unfälle mit Personenschaden um elf Prozent bedeutet.

Mehr Fahrradunfälle mit E-Bikes

Die Zahl der Motorradunfälle stieg im Landkreis Hall um knapp zwei Prozent auf 110 an. Nahezu die Hälfte wurde von den Bikern selbst verursacht. Ein leichter Anstieg auf 299 ist ebenso bei jenen Unfällen zu verzeichnen, an denen Lkw beteiligt waren. Noch alarmierender scheint die Häufung der Unfälle mit Fahrradfahrern. 123 Unfälle im Jahr 2018 bedeuten ein Mehr von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Da sich immer mehr Radfahrer schnelle E-Bikes zulegen, sei in den kommenden Jahren eine weitere Zunahme der Unfälle zu vermuten, befürchtet Kroll.

Bei Braunsbach ist ein Streufahrzeug ins Schleudern geraten – der Fahrer ist schwer verletzt.

Ein weiterer besorgniserregender Trend sei, dass immer mehr Senioren im Straßenverkehr sterben. Bei einem Drittel aller Verkehrstoten im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen handele es sich um Menschen ab 65 Jahren.

Mehr Raser erwischt

Dass Fahranfänger unsicherer unterwegs sind, wird einmal mehr bestätigt. Die Zahl der Unfälle im Landkreis Hall, an denen junge Männer und Frauen zwischen 18 und 24 Jahren beteiligt waren, stieg um zwei Prozent an. Ein weiterer unerfreulicher Aspekt der Verkehrsbilanz ist, dass auch Minderjährige die Leidtragenden sind.

Zwischen Hall und Wielandsweiler ist ein Lkw umgekippt. Der Fahrer musste von der Feuerwehr befreit werden.

36 Kinder wurden im Landkreis 2018 bei Unfällen leicht verletzt und 14 schwer.

Ein Kind wurde getötet. Um 11 Prozent angestiegen ist die Zahl der Unfälle unter Drogeneinfluss, dafür registrierte die Polizei 19,6 Prozent weniger Crashs unter Alkohol.

Ein Fünftel begeht Unfallflucht

Immer häufiger stehen die Verursacher nicht zu ihrer Verantwortung. Bei fast 20 Prozent aller Unfälle im Landkreis machten sich Beteiligte aus dem Staub. Die Fallzahl stieg von 853 im vorletzten Jahr auf 912 in 2018. Die Aufklärungsquote lag – Ostalbkreis und Rems-Murr-Kreis hinzugerechnet – bei 38,6 Prozent. Bei vermeintlichen Bagatellunfällen, zum Beispiel leichten Kollisionen mit parkenden Fahrzeugen an Supermärkten, ist die Aufklärungsquote jedoch weitaus geringer.

Eine 43-jährige Motorradfahrerin musste schwer verletzt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Bekämpfung von Raserei hat sich das Polizeipräsidium Aalen als Schwerpunkt auf die Fahnen geschrieben. 136.583 Geschwindigkeitsverstöße wurden bei Messungen mit Lasermessgeräten und Lichtschranken festgestellt. Das waren fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Auch bei den positiven Alkoholkontrollen war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. In 617 Fällen war der Promille-Wert so hoch, dass die Verkehrsteilnehmer ihren Führerschein abgeben mussten.

Am Montag sind nahe Onolzheim ein 15-jähriger Rollerfahrer und sein Sozius mit einem Transporter kollidiert.

Zudem belegen die Fallzahlen, dass die Unsitte des Telefonierens oder Nachrichtenschreibens mit dem Handy während des Fahrens weiter um sich greift. Unschöne „Mode“ ist zudem, sich nicht anzuschnallen. Bei Verkehrskontrollen im Präsidiums-­Bereich wurden letztes Jahr 18.594 „Gurtmuffel“ erwischt – 23 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Besonders schwere Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr

1. März: 250 000 Euro Sachschaden entsteht bei einem Unfall auf der A 6 nahe der Anschlussstelle Ilshofen/Wolpertshausen. Ein rumänischer Sattelzugfahrer fällt in Sekundenschlaf, sein Lkw durchbricht die Mittelleitplanke und stürzt auf die Seite. Wie durch ein Wunder wird bei dem Unfall niemand ernsthaft verletzt.

27. März: Bei Braunsbach-Rückertsbronn kommt ein Winterdienstfahrzeug ins Rutschen, stürzt eine Böschung 30 Meter in die Tiefe und wird von Bäumen aufgefangen. Der 23 Jahre alte Fahrer wird schwer verletzt, zudem entsteht 85 000 Euro Sachschaden.

21. Mai: Ein Motorradfahrer fährt zwischen Cröffelbacher Steige und Geislingen über einen Ast, stürzt, rutscht 35 Meter weiter und kracht mit dem Kopf in eine Leitplanke. Der 52-Jährige stirbt noch an der Unfallstelle.

1. August: Eine Fußgängerin stirbt an einem Crailsheimer Supermarkt, als sie von einem Lieferwagen überrollt wird. Dessen Fahrer hatte Backwaren anliefern wollen und die Frau beim Rangieren übersehen.

9. September: In Crailsheim scheut ein Pferd und stößt seinen 77-jährigen Kutscher um. Der Mann erliegt seinen schweren Kopfverletzungen.

15. Oktober: Zwischen Bibersfeld und Winzenweiler kippt ein mit Baumstämmen beladener Lkw um, wobei der Fahrer schwer verletzt wird und 115 000 Euro Sachschaden entsteht. Ein hinter dem Unfallfahrzeug fahrender Lkw-Fahrer muss sich wegen unterlassener Hilfeleistung verantworten.