„Die derzeitigen S-Bahnen, die aus Nürnberg kommend in Dombühl enden, sollen nach Crailsheim weiter fahren und im Gegenverkehr von Crailsheim starten“, nennt Michael Knaus das Ziel. Der Erste Landesbeamte erläutert im Verwaltungs- und Finanzausschuss sowie auf Nachfrage Zwischenergebnisse der Gutachter, die eine Machbarkeitsstudie erstellen, deren Ergebnisse voraussichtlich am 6. März 2020 präsentiert werden.

Beispielsweise würde die S-Bahn von Crailsheim kommend „vor dem IC in Ansbach einfahren“ und der IC nachfolgen. „Dies würde die Möglichkeit bieten von der S-Bahn in Ansbach auf den IC umzusteigen und umgekehrt. Hätte aber eine längere Fahrzeit zur Folge“, erläutert Knaus. Neun Minuten mehr Fahrzeit nennen die Gutachter in diesem Zusammenhang.

Notwendige Aus- und Umbauarbeiten für die Bahnhöfe Dombühl, Schnelldorf und Crailsheim wurden analysiert. Bahnsteige müssten erhöht und verlängert werden. Je nachdem, ob die Züge in Crailsheim die Gleise 1, 2, 3 oder 4 belegen, würden mit Blick auf Barrierefreiheit unterschiedliche Kosten entstehen. Außerdem müsste der Haltepunkt Ellrichshausen errichtet und untersucht werden, wie sich ein Halt auf den Fahrplan auswirken, was es kosten würde.

Kosten werden geteilt

Die Gutachter klären nun mit der 100-prozentigen Bahntochter DB Netz, ob der untersuchte Verkehr überhaupt auf dem derzeitigen Netz fahrbar ist. „Je nachdem, zu welcher Minute die Fahrzeuge in Crailsheim ankommen beziehungsweise abfahren würden, gibt es unterschiedliche Gleisbelegungen“, erläutert Knaus. Da in Crailsheim mehrere Bahnen ankommen, müssten die Zeiten im Detail mit DB Netz geklärt werden – wo welcher Zug einfährt, welche Möglichkeiten der Verlegung es gibt.

Eine Prognose, wann die erste S-Bahn aus Dombühl in den Crailsheimer Bahnhof einfährt, sei noch nicht möglich. Das gelte auch für die Kosten, die sich Bund, die Länder Baden-Württemberg und Bayern, die DB AG und die beteiligten Kommunen teilen sollen.