Schrozberg Chefposten bei LBV wieder besetzt

Andreas Rohr ist der neue Geschäftsführer bei der LBV in Schrozberg. 
Andreas Rohr ist der neue Geschäftsführer bei der LBV in Schrozberg.  © Foto: Zigan
Schrozberg / Harald Zigan 10.08.2018
Wechsel von Heilbronn nach Schrozberg: Der Agraringenieur Andreas Rohr führt die Geschäfte des 480-Mitarbeiter-Unternehmens, das nicht nur im Landhandel ein bedeutende Rolle spielt.

Über neun Monate lang war der Chefsessel bei der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Verwertungsgenossenschaft (LBV)  in Schrozberg nicht besetzt. Seit 1. August haben deren 480 Mitarbeiter wieder einen neuen Vorgesetzten: Der Agraringenieur Andreas Rohr (57) führt jetzt die Geschäfte des Unternehmens, das nicht nur für die Landwirtschaft im nördlichen Kreisgebiet eine bedeutende Rolle spielt.

Ein Vierteljahrhundert lang prägte der Geschäftsführer Wilhelm Thierauch die Geschicke der LBV in Schrozberg. Als er im Juni 2017 in den Ruhestand ging, stand schon ein Nachfolger in den Startlöchern.

Allerdings trennte sich der Vorstand der Genossenschaft bereits nach acht Monaten wieder von Wilhelm Brenner. Kommissarisch übernahm Regina Bauer-Klein die Geschäftsführung.

Bei der Suche nach einem Geschäftsführer wurde die LBV in Heilbronn fündig: Dort leitete Andreas Rohr seit 2001 das Kraftfutterwerk Beweka. Nach der Einarbeitung seines Nachfolgers konnte der Agraringenieur in der Vorwoche seinen neuen Führungsposten in Schrozberg antreten. „An der Aufgabe hat mich vor allem die Vielfalt bei der LBV gereizt“, sagte Andreas Rohr gegenüber dem HT.

Die traditionsreiche Genossenschaft sei „breit aufgestellt, und Wilhelm Thierauch hat in der Vergangenheit zusammen mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat der Genossenschaft die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt.“ Die Edeka-Märkte „verzeichnen zum Beispiel allesamt gute Zuwächse“ und auch bei der LBV-Bäckerei, einem bundesweiten Unikat unter den landwirtschaftlichen Genossenschaften, „stimmen die Zahlen“, sagte der neue Geschäftsführer.

„Fusionen sind kein Thema“

Die Mitarbeiter haben ihrem neuen Chef in der Schrozberger LBV-Zentrale einen „herzlichen Empfang“ bereitet. Das war dem Geschäftsführer gerade recht: „Ich will als Vorgesetzter nahbar und nicht unnahbar sein.“ Die Geschäftsfelder der Genossenschaft will Andreas Rohr in den nächsten Jahren „mit Maß und Ziel“ bestellen und weiterentwickeln. Der neue Mann an der LBV-Spitze ist sich durchaus bewusst, dass die Geschäfte in Zukunft sicher nicht einfacher werden.

Die Zahl der Landwirte nimmt schon seit Jahren fortlaufend ab, allein im Landkreis Schwäbisch Hall ging die Zahl der Vollerwerbsbetriebe zwischen 1979 und 2010 um 75 (!) Prozent auf rund 800 Höfe zurück – und auch die Konkurrenz im Landhandel schläft nicht.

„Fusionen sind derzeit absolut kein Thema bei der LBV“, sagt Andreas Rohr. Im Wettbewerb setzt Andreas Rohr auf „Top-Service und Top-Leistung“ und  auf die starke Verbundenheit der LBV mit ihren rund 1000 Mitgliedern, deren Zahl sich seit Jahren auf einem stabilen Niveau hält  – im Gegensatz zu anderen landwirtschaftlichen Genossenschaften, die unter einem deutlichen Mitgliederschwund leiden.

Auch die zunehmende Digitalisierung in der Agrarbranche und die künftige Bedeutung von elektronischen Dienstleistern wird für die Genossenschaft eine Herausforderung darstellen. „Wir beschäftigen uns durchaus mit diesem wichtigen Thema“, sagt Andreas Rohr. Als ersten Schritt in diese Richtung kann sich der Geschäftsführer zum Beispiel den Einstieg in den Online-Handel vorstellen.

Die LBV in Schrozberg bestellt viele Geschäftsfelder

Für die Arbeit bei der LBV in Schrozberg bringt Andreas Rohr einen großen beruflichen Erfahrungsschatz mit: Aufgewachsen in Rottenburg am Neckar, absolvierte er zunächst eine Lehre als Landwirt. Das Studium an der Universität in Hohenheim schloss er als Agraringenieur ab. Nächste Stationen waren ab 1988 die Firma Milkivit in Heilbronn und ab 1995 das Unternehmen Deuka in Regensburg, wo Andreas Rohr ebenfalls als Verkaufsleiter tätig war. 2001 avancierte er zum Chef des Kraftfutterwerks Beweka in Heilbronn. Andreas Rohr ist verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt mit seiner Frau Jeanette in Langenau bei Ulm. Einen Umzug nach Schrozberg kann er sich durchaus vorstellen, wenn die Kinder aus dem Haus sind.

Die LBV erwirtschaftete im Jahr 2017 einen Umsatz von rund 61,6 Millionen Euro. Neben den klassischen Geschäftsbereichen einer Lagerhaus-Genossenschaft verfügt die LBV noch über drei Edeka-­Märkte in Schrozberg, Gerabronn und Ilshofen sowie über vier Raiffeisen-Märkte. Die LBV-Bäckerei ist mit derzeit 27 Filialen in der Region präsent. haz

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