Martin Lorenz, 1. Vorsitzender der Werteunion (WU) in der Region Heilbronn-Franken, tritt aus der Partei aus. Grund dafür sei, dass er sich „nicht mehr schön reden könne, was die CDU seit 10 Jahren verkörpert.“ Die Wahl von Armin Laschet zum Parteivorsitzenden bedeute das Fortbestehen der Politik von Angela Merkel, für die Lorenz keine schönen Worte findet. „Dass ausgerechnet der bei den Mitgliedern unbeliebteste Kandidat am Ende das Rennen macht zeigt, wie weit die Delegierten in der Zwischenzeit von der Basis weg sind“, wird Lorenz in seiner Pressemitteilung zitiert.
Wer im „System Merkel“, wie Lorenz schreibt, etwas geworden sei, habe mit der Wahl von Armin Laschet „seine Pöstchen absichern“ müssen. Nach einer Umfrage von Infratest-Dimap hätten am 7. Januar 29 Prozent der CDU-Anhänger für Friedrich Merz als Parteivorsitzenden gesehen. Jeweils 25 Prozent wollten Laschet oder Norbert Röttgen in der Position. Dieser war nach der ersten Wahl ausgeschieden. In der Stichwahl bekam Laschet 521 Stimmen, Merz 466. Der Chef der WU, Alexander Mitsch, fordert derweil, dass Merz dennoch Kanzlerkandidat bei der Wahl in diesem Jahr wird.
Jede Partei müsse sich weiterentwickeln, dabei aber nicht ihre Grundüberzeugungen aufgeben, so die Pressemitteilung weiter. Das habe Merkels Politik getan. Deshalb werde auch die CDU „sich über kurz oder lang vom Status einer Volkspartei verabschieden müssen.“

Lorenz tritt „sofort“ aus der Partei aus – andere Mitglieder wollen ihm folgen

Es sei mit einer erheblichen Austrittswelle zu rechnen. Er selbst sei fast vier Jahrzehnte in der Partei gewesen. Jetzt werde er die Partei sofort verlassen. Damit wolle er ein Zeichen setzen, dass nun endgültig der Tiefpunkt erreicht sei.
Der WU-Regionalverband Heilbronn-Franken sei bundesweit der größte und eine ganze Reihe an Mitgliedern haben ebenfalls angekündigt, die Partei zu verlassen. „Die CDU verliert viele treue Parteimitglieder, die sie über Jahrzehnte getragen haben.“ Lorenz wolle den Vorsitz des Regionalverbandes noch geordnet in andere Hände übergeben.