Gerabronn Bus soll Radler von Langenburg nach Künzelsau bringen

Gerabronn / Erwin Zoll 18.07.2018
Der Förderverein Nebenbahn verfolgt weiter sein Ziel, die Bahnlinie Blaufelden – Langenburg zu reaktivieren. Er wird vom Abgeordneten Bullinger unterstützt.

Bei einem Besuch im Güterschuppen des Gerabronner Bahnhofs, der vom Förderverein saniert worden ist, haben sich der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Friedrich Bullinger und der FDP-Kreisvorsitzende Stephen Brauer über den Stand der Dinge informiert. Bullinger sagte dabei, er wolle seine Landtagskollegen Jutta Niemann (Grüne) und Arnulf von Eyb (CDU) für einen gemeinsamen Brief an Justizminister Guido Wolf, der auch für den Tourismus zuständig ist, an Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und an den Minister für ländlichen Raum, Peter Hauk, gewinnen und dabei um die Unterstützung des Landes für die Arbeit des Fördervereins bitten.

Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass die Reaktivierung der Nebenbahnlinie Blaufelden – Gerabronn – Langenburg zwar nicht für Zwecke des Nahverkehrs, sehr wohl aber für eine touristische Nutzung möglich ist. Rund 630.000 Euro müssten laut Gutachten der Nahverkehrsberatung Südwest in die Strecke investiert werden, die schon bei 6000 bis 9000 Fahrgästen pro Jahr kostendeckend betrieben werden könne.

Friedrich Bullinger hatte sich zuletzt mit einer kleinen Anfra
ge an die Landesregierung gewandt, unter anderem um herauszufinden, welche Förderungen es für die Reaktivierung der Nebenbahn geben kann. Was er erfahren hat, macht die Dinge allerdings nicht einfacher. Denn für eine Reaktivierung mit rein touristischer Nutzung sei keine Förderung nach dem Landeseisenbahn-Finanzierungsgesetz möglich, schreibt das Verkehrsministerium an Bullinger. Denkbar sei zwar eine Förderung mit dem Tourismus-Infrastrukturprogramm, nach dessen Richtlinien könnten jedoch nur Schienenwege und Brückenbauwerke von Museumsbahnen gefördert werden, „wenn die Strecke nicht mehr zu Verkehrszwecken benutzt wird“.

Bestellter Verkehr erforderlich

Die touristische Nutzung mit einem regulären Schienenverkehr zu verbinden, erscheint also nach den Förderrichtlinien ausgeschlossen – dem Förderverein würde aber genau das nützen. Das Land müsste eine zu erbringende Zahl von Fahrtkilometern öffentlich ausschreiben und dann ein Eisenbahn-Verkehrsunternehmen mit diesem „bestellten Verkehr“ beauftragen. Dann könnte die Sanierung der Strecke gefördert werden. Im Fall der Nebenbahn Blaufelden – Langenburg würden für 26 Betriebstage knapp 1700 Kilometer benötigt, die das Land gerade einmal 5000 Euro kosten würden. Als Verkehrsunternehmen stünde die Dampfbahn Kochertal (DBK) bereit, die über einen Schienenbus verfügt und eine historische Dampflok einsetzen könnte.

Als Ergänzung der Machbarkeitsstudie hat der Förderverein ein „Regionales Tourismuskonzept Hohenlohe-Tauber“ entwickelt. Eine der Ideen, um die es dabei geht, ist ein Radwanderbus, wie er bereits zwischen Weikersheim und Rothenburg unterwegs ist. Dieser Bus könnte Radfahrer vom Endhaltepunkt zum Langenburger Schloss, weiter nach Künzelsau und zurück bringen. Der Bahnhof Gerabronn könnte demnach nicht nur als Betriebshof für die Instandhaltung der Strecke dienen, sondern auch als Kulturbahnhof für Veranstaltungen.

Übrigens: Für die 25.000 Euro teure Machbarkeitsstudie erhält der Förderverein einen Zuschuss von 7500 Euro aus dem EU-Programm Leader. Im vergangenen März hat der Förderverein die Studie bezahlt und bei der L-Bank die Auszahlung des Zuschusses beantragt. Bis heute wartet der Verein jedoch auf das Geld.

Der Förderverein kann Spenden gut gebrauchen

Wer den Förderverein unterstützen will, kann dies mit einer Spende tun. Die Bankverbindung: Volksbank Hohenlohe, IBAN DE70 6209 1800 0308 9380 03, BIC GENODES1VHL

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