Für die evangelische Kirche gestaltete Dekanin Friederike Wagner den Gottesdienst, für die katholische Kirche Pfarrer Franz-Josef Konarkowski, der Posaunenchor Tiefenbach spielte. „Ein strahlender Tag, ein Fest des Heiligen Geistes: Pfingsten“, sagte er in seiner Begrüßung und fuhr fort: „Burgberg ist ein Symbol für das, was ist und was noch werden kann.“ Einen kleinen Verweis auf ein vermehrtes Miteinander in der Ökumene war da herauszuhören.

Ins Zentrum des Gottesdienstes rückte die Pfingstdarstellung im Neuen Testament. Zum einen las Ingeborg Hein aus dem zweiten Kapitel der Apostelgeschichte des Evangelisten Lukas: Wie ein „heftiger Sturm“ vom Himmel ins Haus kam, in dem die zwölf Apostel zusammensaßen, wie ihnen „Zungen wie von Feuer“ erschienen und sich „auf jeden von ihnen“ niedergelassen habe. „Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

Bitte, Trost und Zukunft

In einer zweiten Lesung, nun aus dem Johannes-Evangelium, stellte Marianne Franke die Verheißung des Heiligen Geistes durch Jesus an seine Jünger in den Mittelpunkt. Darauf bezog sich Dekanin Wagner in ihrer Predigt: Es sei eine der insgesamt fünf Abschiedsreden Jesu‘. Drei Aspekte wollte sie in ihrer Auseinandersetzung mit dem Bibeltext betonen: Bitte, Trost und Zukunft. Im Grunde enthalte der erste Aspekt sogar zwei Bitten. Eine Bitte stecke in der Äußerung von Jesus: „Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.“ Zu Kindern, so Wagner weiter, sage man etwa, sie sollten einem einen Gefallen tun und sich miteinander vertragen. In diesem Sinne sei der biblische Satz zu verstehen.

Die zweite Bitte sei gleichzeitig auch der zweite Aspekt: Es sei eine Bitte um Trost an Gott. „Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit.“ Nichts sei schlimmer als eine trostlose Welt, betonte Wagner. Die Menschen sollten weiter spüren, das sie in Gottes Liebe geborgen seien.

Der dritte Aspekt betraf die Zukunft und bezog sich auf den Satz: „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen.“ Die Dekanin zitierte aus einem Lied: „Abschied heißt, nicht zu vergessen, sondern froh in die Zukunft zu gehen.“ Die Jünger sollten nicht in Traurigkeit erstarren, wie auch kein anderer Abschied vom Leben dazu führen solle. Den Aposteln sei ein Licht aufgegangen. Und so solle es allen gehen: „Dass wir nicht verlassen sind, sondern aufbrechen mit Mut, Zuversicht und Trost.“ Im Abschied stecke der Funke des Aufbruchs. Das gelte auch für die Kirche, predigte Wagner weiter. Man müsse sich künftig von Gebäuden, Menschen und Traditionen verabschieden, aber der Geschmack des Aufbruchs müsse dem innewohnen. Und das gelte auch für eine sich wandelnde Welt, gerade „in einer Zeit der Trostlosigkeit und einer Zeit der Fake News“.

Die Kollekte geht übrigens an die Crailsheimer Tafel. Der Zustrom zu dieser Tafel wachse täglich, betonte die Dekanin zum Abschluss. Inzwischen gebe es schon 3135 Einkaufsausweise.

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