Goldbach Burg, Belvedere und Bleibe des Kopflosen Sagenhafte Geschichten um Burg Schönebürg

Die Schönebürg war einst beliebtes Ausflugsziel der Crailsheimer. Der Kegelclub machte 1919 einen Ausflug zur Waldhütte mit Aussichtsturm. Die Hütte bestand bis 1947, dann brannte sie nieder.
Die Schönebürg war einst beliebtes Ausflugsziel der Crailsheimer. Der Kegelclub machte 1919 einen Ausflug zur Waldhütte mit Aussichtsturm. Die Hütte bestand bis 1947, dann brannte sie nieder. © Foto: Stadtarchiv
Goldbach / HOF 11.09.2013
Es ist heute noch schön, über die Schönebürg zu spazieren. Man kann beim Wandern die Natur genießen - und den Geschichten nachlauschen, die über den Berg überliefert sind.

Es ist heute noch schön, über die Schönebürg zu spazieren. Man kann beim Wandern die Natur genießen - und den Geschichten nachlauschen, die über den Berg überliefert sind.

Vor vielen hundert Jahren gab es auf dem Berg im Kappelwald, etwa einen Kilometer in nordwestlicher Richtung von Goldbach entfernt, eine Wehranlage. Wälle und Gräben der mittelalterlichen Burg sind heute noch zu erkennen - am besten aus der Luft und im Winter bei kahlen Bäumen und schneebedecktem Boden. Wann genau die Anlage gebaut wurde, ist nicht bekannt.

Dem Volksmund nach gehörte die Schönebürg zum Besitz der Grafen von Hohenlohe. Hier habe Gräfin Adelheid von Württemberg gelebt, durch die Crailsheim in den Besitz eines Waldes und einer Quelle gekommen ist, die zur Wasserversorgung der Stadt genutzt wurde. Die Gräfin starb im Jahr 1342. Bis heute wird sie als Wohltäterin der Stadt verehrt, wenn sie, von Crailsheimer Schülern in historischen Gewändern dargestellt, beim Volksfestumzug mitreitet.

Im späten 19. Jahrhundert war die Schönebürg ein beliebtes Ausflugsziel mit Belvedere, bestehend aus einem Schutzpavillon, Aussichtsturm und kleinem Park. Die Hütte brannte 1947 nieder.

Bei der Anlage des Platzes fand man damals zwar keine Mauerreste, wohl aber Ziegel, Pfeilspitzen, einen Degen, Sporen und Hufeisen. Auch der unterirdische Gang, der der Überlieferung nach bis nach Crailsheim gereicht haben soll, wurde nie gefunden.

Der Sage nach reitet auf der Schönebürg bei Nacht ein Geist herum. Er hat die Gestalt eines Mannes, trägt aber seinen Kopf unter dem Arm. Seine Existenz wurde von zwei Mädchen aus Goldbach, die regelmäßig Lebensmittel zu ihren Verwandten nach Beuerlbach bringen mussten und dabei den direkten Weg über die Schönebürg nahmen, glaubhaft versichert. Nachdem sie den Kopflosen gesehen hatten, lagen sie acht Tage lang krank im Bett. Für sie ein angenehmer Nebeneffekt: Die Lebensmitteltransporte mussten die Mädchen fortan nicht mehr erledigen.

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