Der von der Transnet BW geplante Netzbooster im Raum Kupferzell ist von der Bundesnetzagentur bestätigt worden. Das teilte Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW Ende letzter Woche mit. Durch den Einsatz dieser neuen Technologie soll die Übertragungsfähigkeit bestehender Leitungen erhöht werden, ohne die Netzsicherheit zu gefährden.

Hintergrund der Netzbooster-Pläne von Transnet BW und den anderen drei deutschen Übertragungsnetzbetreibern Tennet TSO, 50 Hertz Transmission und Amprio  ist die Energiewende. Um ausreichend Windstrom von Nord- nach Süddeutschland zu transportieren, werden neue Stromtrassen benötigt. Da deren Bau jedoch in weiten Teilen der Bevölkerung unbeliebt ist, bieten sich die Riesenbatterien als Alternative an.

„Im Bereich des Netzknotens Kupferzell ist das Übertragungsnetz schon heute hoch ausgelastet. Diese Belastung wird in den kommenden Jahren weiter steigen“, schreibt Transnet BW. Ein Netzbooster könne hier eine hohe Wirksamkeit entfalten. „Er soll in Zeiten starker Netzauslastung bei Fehlern das System solange entlasten, bis der Engpass durch Eingriffe der Systemführung gezielt behoben werden kann.“

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Stuttgart/Gerabronn

Bau der Riesenbatterie soll rund 200 Millionen Euro kosten

Der geplante Netzbooster soll eine Leistung von 250 Megawatt haben und damit nur halb so stark sein wie ursprünglich geplant. In einem ersten Entwurf von Anfang 2019 war von 500 Megawatt die Rede. Die riesige Batterie soll laut Transnet BW in Container- oder Hallenbauweise errichtet werden und die „Größe einer Speditionshalle oder eines Möbelmarktes“ haben. Es handele sich um ein „Leuchtturmprojekt der Energiewende“.

Nach Informationen der Hohenloher Zeitung soll der Bau des Netzboosters rund 200 Millionen Euro kosten und 2021 beginnen – voraussichtlich nahe des Kupferzeller Umspannwerks in Richtung Kubach. Zuvor ist noch ein behördlicher Genehmigungsprozess samt Ausschreibung und Planfeststellungsverfahren nötig. Die Anlage soll weitgehend automatisch laufen. Arbeitsplätz vor Ort entstehen wohl nicht.