Mehr als 120 Bürger warten im Bürgersaal in Uttenhofen auf die Bekanntgabe des Wahlergebnis. Als Bürgermeister Jürgen König den Rechner samt Beamer zum Laufen gebracht hat, brandet zum ersten Mal an diesem Abend Beifall auf: 71,35 Prozent der Wähler sind an diesem Super-Wahlsonntag in Rosengarten zur Wahl gegangen. Die Anwesenden freuen sich, dass so viele wählen gegangen sind. Das ist mittlerweile ja keine Selbstverständlichkeit mehr.

Rosengarten

Die wichtigste Frage beantwortet König gleich: „Die Wahl ist im ersten Wahlgang entschieden worden.“ Das Gesicht von Julian Tausch zeigt große Freude, die Mienen der Mitbewerber wirken angespannt. Die Betroffenen scheinen zu ahnen, wie die Wahl ausgegangen ist.

Doch bevor Jürgen König das Ergebnis bekannt gibt, spielt er noch etwas auf Zeit: „Ich danke allen Beteiligten für den fairen Wahlkampf.“ Er begrüßt die Bürgermeister aus Gaildorf (Frank Zimmermann), Oberrot (Daniel Bullinger) und Mainhardt (Damian Komor). Später kommen noch Michelbachs Bürgermeister Werner Dörr und Wolfgang Binnig, Bürgermeister aus Michelfeld und Chef von Julian Tausch hinzu. 

Großer Beifall für Tausch

Aufsteigend verkündet König die Ergebnisse. Als er die Ergebnisse von Gerrit Rozek bekannt gibt, gibt es großen Beifall, Johlen und Jubel. Denn mit diesem Ergebnis ist klar, dass der 29-jährige studierte Verwaltungsfachmann den zweiten Platz  hat. Damit steht auch der Sieger fest: Julian Tausch.  Seine Frau Dominique umarmt und küsst ihn, lang anhaltender Beifall und Jubel füllt den Saal. „Jetzt genießen Sie nochmal die 54,3 Prozent“, ermuntert Jürgen König seinen Nachfolger, diesen Moment auszukosten. Königs Frau Andrea bringt einen großen Blumenstrauß, den König an Dominique Tausch übergibt. Sie habe in den vergangenen Wochen ja einen Vorgeschmack darauf bekommen, was sie als Bürgermeister-Gattin erwarte, merkt König an.

Der Musikverein spielt und Bürger stehen an, um zu gratulieren. Einer der Ersten: Bürgermeister Komor. „Ich gönne ihm das von Herzen“, sagt Komor, „weil ich erlebt habe, mit wie viel Herzblut er sich engagiert hat.“ In einer kurzen Rede dankt Tausch seiner Frau. Wie er im Gespräch mit dieser Zeitung berichtet, hatte es sich für ihn in den letzten beiden Wochen herauskristallisiert, dass er es im ersten Wahlgang schaffen könne. Am heutigen Montag will er seinen Sohn in den Kindergarten bringen und den Tag erst mal langsam angehen lassen. „Und essen“, meint er. Sechs Kilogramm habe er im Wahlkampf abgenommen. Oft habe einfach die Zeit zum Essen gefehlt.

„Es war ein fairer Wahlkampf“ sagt Gerrit Rozek. Viele Bürger gehen auf ihn zu und sagen: „Ich habe Sie gewählt – beim nächsten Mal schaffen Sie’s.“ Rozek freut sich über die Anerkennung und den Zuspruch. Er will erstmal beim Bundesamt für Migration weiterarbeiten. „Wir haben uns bewusst für Rosengarten entschieden“, sagt er. Wenn sich eine passende Gemeinde finde, könne er sich vorstellen, erneut für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Im Wechselbad der Gefühle ist Martina Moser, mit 13,56 Prozent der Stimmen an der dritten Stelle: Enttäuscht, dass der Wahlsieg nicht klappte, aber „dankbar für die vielen Begegnungen und für die Bürger, die an mich geglaubt haben“.

„Mich freut diese Eindeutigkeit“, stellt Thomas Pfisterer fest. Ein Traum sei geplatzt. „Ich wünsche meinem Mitbewerber alles Gute.“ Christian Gaus ist der erste der Mitbewerber, der auf Julian Tausch zugeht und gratuliert. Gaus sagt: „8 Prozent ist nicht das, was ich mir vorgestellt habe.“ Er wolle zunächst analysieren, was im Wahlkampf gut und weniger gut lief. Er könne es sich schon vorstellen, in einer anderen Kommune erneut zu kandidieren. Der Bürgersaal leert sich rasch. Tausch hat zu Freibier in die Krone nebenan eingeladen.

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