Infrastruktur Bürgermeister und Arzt verewigt

Kreßberg / Luca Schmidt 14.07.2018

Neues Baugebiet, neue Straßennamen – in Mariäkappel wird es im Baugebiet „Obere Schanze, 1. Erweiterung“ bald eine „Bürgermeister-Strebel-Straße“ und eine „Dr.-Straub-Straße“ geben. Das entschied der Gemeinderat Kreßberg. Eugen Strebel war der letzte Bürgermeister der Altgemeinde Mariäkappel und Leukershausen, Robert Straub über 50 Jahre lang Landarzt in Kreßberg und Satteldorf.

Auf die Idee der Straßennamen kam man im Kreßberger Rathaus. „Normal werden die Straßen immer nach dem Gewann bezeichnet, die „Obere Schanze“ gibt es aber schon“, sagt Hauptamtsleiterin Birgit Macho. Bei der Überlegung, wie man die Straßen nennen könnten, seien dann ziemlich schnell die Namen des ehemaligen Bürgermeisters und des Landarztes gefallen.

Die Praxis übergab Dr. Straub Mitte der 80er an seine Tochter, Monika Fademrecht. Sie arbeitet immer noch in Mariäkappel. Dass jetzt eine Straße nach ihrem verstorbenen Vater benannt wird, empfindet sie als sehr große Anerkennung der Gemeinde. „Ich selbst wäre nie auf diese Idee gekommen“, sagt sie. „Landarzt zu sein, ist auch heute noch ein harter Job.“

Allerdings nicht mehr ganz so hart wie früher. „Vor den 70ern gab es noch keine Notdienste“, sagt Fademrecht. „Teilweise musste die Familie dann Telefondienst machen und die Namen der Anrufer aufschreiben.“ Jahrzehntelang war es ein Job, bei dem Straub rund um die Uhr im Einsatz war.

Eigentlich wollte Robert Straub Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg werden. „Damit hat er auch angefangen. Als er dann hier war, hat er noch den ein oder anderen zusammengeflickt und Zähne gezogen“, sagt seine Tochter. Betäubt wurde damals noch mit Äther.

Nach Mariäkappel habe es Straub verschlagen, weil Crailsheim nach dem Zweiten Weltkrieg völlig ausgebombt war. „Mein Vater war zunächst im Krankenhaus in Schwäbisch Hall und Crailsheim tätig. Von der Regierung hat er später dann den Arztsitz in Mariäkappel zugewiesen bekommen.“ Auf dem Land gab es damals noch einige unversehrte Häuser, aber keine Ärzte.

Auf Skiern zur Arbeit

Hausbesuche erfolgten anfangs zu Fuß oder aber auch Skiern – beispielsweise wenn nach Schneefall der Teilort Selgenstadt vom Rest der Welt abgeschnitten war. Mitte der 1980er-Jahre folgte die Übergabe der Praxis an seine Tochter – was noch nicht bedeutete, dass er in den Ruhestand ging. Bis kurz vor die Jahrtausendwende war Straub noch im Hintergrund tätig.

Über den ehemaligen Bürgermeister Eugen Strebel ist weniger bekannt. Er war der erste Schulz der Altgemeinde Mariäkappel und von Leukershausen und wurde aus dem Gemeinderat heraus gewählt; er beerbte damit den von der Militärregierung eingesetzten Amtsinhaber. Seine Amtszeit endete erst mit der Gemeindereform im Jahr 1972. Eugen Strebel setzte sich vor allem dafür ein, dass eine zentrale Wasserversorgung in der Altgemeinde eingerichtet wurde.

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