Landkreis Hall Bürgerfreundliches Entsorgen am Häckselplatz

Trotz Hinweisschild gibt es eine Grauzone, was kostenlos abgeliefert werden darf.
Trotz Hinweisschild gibt es eine Grauzone, was kostenlos abgeliefert werden darf. © Foto: Luca Schmidt
Schrozberg / Luca Schmidt 15.02.2018
Die Stadt Schrozberg stellt das Personal für den Häckselplatz selbst, um auch am Wochenende öffnen zu können, in Blaufelden läuft eine Anfrage. Was kostenlos weg darf, ist nicht immer klar.

„Es macht keinen Sinn und es schont die Nerven aller, wenn man sich daran hält, und vor Ort nicht mit dem städtischen Personal zu diskutieren anfängt.“ Dieser Satz, bezogen auf die Benutzungsverordnung für Baum- und Strauchschnitt des Landkreises Schwäbisch Hall, war im Mittei­­lungs­blatt der Stadt Schrozberg zu lesen. Es geht um den Häckselplatz in der Krailshausener Straße.

Der hat seit Beginn des Jahres neues Personal – das die Stadt selbst stellt. „Das machen wir vor allem aus Gründen der Bürgerfreundlichkeit“, sagt Thomas Pöschik, Bauamtsleiter der Stadt Schrozberg. Denn: Im vergangenen Jahr hatte der Häckselplatz nur Montagnachmittags geöffnet.

Das Problem: In der Vergangenheit wurden immer wieder Möbel, gelbe Säcke und Bauholz angeliefert – das darf aber alles nicht abgeliefert werden. „Wir hatten fast jede Woche einmal Grasschnitt und Laub, Möbel oder Wurzelstücke dabei“, sagt Pöschik.

So erging es auch anderen Kommunen. „Das Landratsamt Schwäbisch Hall als Betreiber beklagte, dass es immer häufiger zu den Fehlanlieferungen kam. Es gab viele Bürger, die ihren Baum- und Heckenschnitt richtig abgegeben haben“, sagt der Amtsleiter. Und es gab jene, die das nicht taten.

Deshalb kontrollierte das Landratsamt die Anlieferungen und zäunte die Häckselplätze ein. Da aber nicht genügend Personal zur Verfügung stand, hatte der Platz in Schrozberg 2017 nur noch montagnachmittags geöffnet. Mit Beginn des Jahres 2018 übernahm die Stadt die Betreuung, um auch am Wochenende öffnen zu können.

Allerdings gibt es eine Grauzone, was kostenlos angeliefert werden darf und was nicht. „Liguster und Thuja kann man beispielsweise nicht häckseln, deshalb darf es nicht einfach so abgeliefert werden“, sagt Pöschik. Das Gleiche gelte für Wurzelstöcke – selbst kleine.

Blaufelden auf gleichem Weg?

Auch in Blaufelden ist das Problem bekannt. „Da kommt es dann häufig auf den Grad der Verholzung an, den derjenige bestimmt, der gerade den Baum- und Strauchschnitt annimmt“, sagt Manfred Glemser, Gemeinderat in Blaufelden. Im Zweifel müsse man dann bezahlen. „Das sind keine übertriebenen Preise, aber man ärgert sich und kann sich vorher nicht darauf einstellen.“

Auch die Öffnungszeiten für den Häckselplatz im Wittenweiler Wasen seien nicht optimal: Freitag von 15 bis 17 Uhr und Samstag von 13 bis 15 Uhr, also zwei mal zwei Stunden. „Ich fahre ab und zu sogar nach Rot am See zum Häckselplatz in Hilgartshausen“, sagt Glemser, der in Wiesenbach wohnt. Der Platz dort hat samstags für vier Stunden geöffnet. Deshalb habe er eine Anfrage an die Gemeinde gestellt, ob längere Öffnungszeiten in Blaufelden möglich seien.

Was darf, was nicht? Infos des Landratsamtes

In den Städten und Gemeinden stehen Sammelplätze zur Anlieferung von sortenreinem Baum- und Strauchschnitt bis zwölf Zentimeter Astdurchmesser zur Verfügung.

Angeliefert werden darf nur verholztes Material. Grasschnitt und Gartenabfälle gehören nicht zum Baum- und Strauchschnitt und können im Laubsack oder lose auf den Wertstoffhöfen entsorgt werden.

Weiter Informationen zu Öffnungszeiten der Häckselplätze auf der Homepage des Landratsamtes unter www.lrasha.de. luc