Wie berichtet, will ein landwirtschaftlicher Betrieb am südlichen Ortsrand von Nesselbach seine Schweinehaltung um 2000 auf 7800 Tiere erweitern – Mastschweine, Zuchtsauen, Ferkel und Jungsauen. Den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan, der dies ermöglichen soll, hat der Gemeinderat bereits 2013 gefasst. Wie bereits im Juni war das Vorhaben auch in der vergangenen Woche Thema in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats. Ein Bewohnerin von Nesselbach beklagte „grenz­überschreitende Geruchsimmissionen“ und sagte: „Was hat Nesselbach noch für eine Zukunft, wenn so etwas von der Gemeinde unterstützt wird? Das ist der Garaus für Nesselbach.“

Von „Wahnsinn“ sprach ein Bürger aus dem benachbarten Ilshofen. „Man muss mobil machen gegen die Sache, die völlig sinnlos ist“, sagte er – allerdings in einer Lautstärke, die Bürgermeister Class veranlasste, dem Redner mit dem Rauswurf zu drohen.

Class erwiderte auf die Kritik, die Stadt befinde sich ganz am Anfang des Bebauungsplanverfahrens, in dem noch nichts entschieden sei. Jetzt müssten die Einwendungen abgewartet und geprüft werden. Während Stadtrat Bernhard Adamski erklärte, die von den Gegnern angeführten Zahlen seien falsch, äußerten Karin Friedle-Unger, Gerlinde Kneucker und Regine Stroner Verständnis für die Bedenken. „Ich habe für die Aufstellung des Bebauungsplans gestimmt, aber die Problematik ist mir erst später bewusst geworden“, sagte Stroner.

Stadträtin Anette Sperber regte an, die Bauherren sollten ihr Projekt öffentlich vorstellen, etwa in einer Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Class meinte dazu, wenn die Bauherren dazu bereit seien, gebe es dagegen kein Einwände.