Erst vergangenen Samstag hat Michael Dambacher, Bürgermeister in Bühlertann, seine Bewerbung für den Posten als Oberbürgermeister in Ellwangen abgegeben. Gewählt wird am 26. Mai. Noch ist alles offen. Doch in Bühlertann herrscht bei vielen Bürgern folgende Haltung: Es geht nicht mehr darum, ob Michael Dambacher zum Oberbürgermeister in Ellwangen gewählt wird, sondern nur noch darum, mit wie vielen Stimmen. In der Tat, die Chancen stehen gut für Dambacher, schließlich wird er sowohl von der CDU als auch von den Freien Wählern unterstützt.

Kurze Erklärung im Rat

Bei der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend gab Dambacher am Ende der Sitzung knapp bekannt, dass er in Ellwangen kandidieren werde – wie alle ja in der Tageszeitung gelesen hätten. Dass die Sache im Vorfeld bekannt geworden war – das habe nicht in seiner Hand gelegen. Die Sitzung selbst führte Michael Dambacher wie gewohnt souverän, mit keinem einzigen Wort klang an, dass er möglicherweise im Sommer die Geschäfte im Rathaus abgibt.

Hilsenbek hört im Juli auf

Was passiert in Bühlertann, so dies der Fall ist? Sollte Michael Dambacher am 26. Mai (oder erst in einem späteren zweiten Wahlgang) zum Oberbürgermeister der Stadt Ellwangen gewählt werden, bliebe er bis zum Dienstantritt in Ellwangen Bürgermeister in Bühlertann. Karl Hilsen-
bek (61), amtierender Oberbürgermeister in Ellwangen, hat am 19. Juli seinen letzten Arbeitstag. Juli/August dürfte also die Zäsur kommen.

„Ich werde im Fall einer Wahl in Ellwangen kein Chaos hinterlassen“, sagt Michael Dambacher auf Nachfrage. Er werde das Amt geordnet übergeben. „Es gibt eine interne Stellvertretung mit Hauptamtsleiterin Christina Weller. Alles wird seinen gewohnten Gang gehen.“

Ratssitzung am 29. Mai

Gleichwohl werden im Rathaus bereits jetzt – für den Fall der Fälle – gedanklich die Optionen geprüft. „Wir haben am 29. Mai eine Gemeinderatssitzung“, sagt Dambacher auf Nachfrage. Dabei könnte beispielsweise der aktuelle Gemeinderat beschließen, dass die Bürgermeisterstelle ausgeschrieben werden soll – auch in dem Fall, dass es eine zweite Amtszeit gäbe. Dann könnte die Wahl im September angesetzt werden. Denn: Gesetzlich ist es so, teilt Steffen Baumgartner, Stab­leiter Kommunikation im Landratsamt, mit, dass die Ausschreibung spätestens zwei Monate vor der Wahl zu erfolgen hat.

Vakanz ist möglich

Bühlertann/Fronrot

Eine eventuelle Vakanz des Bürgermeisterpostens dürfte nach Einschätzung von Dambacher zu keinen Schwierigkeiten führen. Die Verwaltung sei gut organisiert, und auch bisher habe immer alles geklappt, wenn er mal im Urlaub war. Für den Fall, dass es größere Einsätze der Feuerwehr gäbe oder ein Vertrag unterschrieben werden müsse, in dem es um eine Summe von mehr als 25 000 Euro geht, müsse der stellvertretende Bürgermeister seine Unterschrift darunter setzen. „Sicher kann er jeden Tag hier reinsitzen und Kaffee trinken. Aber das wird schnell langweilig werden“, meint Dambacher schmunzelnd.

Wer die Verantwortung im Fall einer Vakanz übernehmen wird, ist offen. Günther Walzhauer ist Stimmenkönig. In Bühlertann ist es so, dass das Ehrenamt des Bürgermeister-­Stellvertreters an diesen Wahlerfolg geknüpft ist. Walzhauer wird für keine weitere Amtszeit antreten. „Da wird sich jemand finden, der das tut“, zeigt er sich zuversichtlich. Walzhauer (62) ist seit 25 Jahren Gemeinderat, seit 15 Jahren ehrenamtlicher Stellvertreter.

Der zweite Stellvertreter ist aktuell Dr. Rainer Matysik. „Im neuen Gemeinderat wären ein neuer erster und zweiter Stellvertreter zu wählen“, sagt Matysik. Alles sei offen, der nächste Gemeinderat werde sich mindestens zur Hälfte neu zusammensetzen.

Zwei Listen treten an

Bei der Gemeinderatswahl 2014 traten die Mitglieder des aktuellen Gemeinderats in einer gemeinsamen Liste „Aktive Bürger“ an. Damals gab es über die 13 Köpfe hinaus keine weiteren Wahlvorschläge. Die „Aktiven Bürger“ treten erneut an, in neuer Besetzung. „In Bühlertann haben sieben Gemeinderäte schon im vergangenen Sommer erklärt, sich bei den Kommunalwahlen nicht mehr erneut zur Verfügung zu stellen“, teilt Rainer Matysik mit. Zudem werden die Bürger dieses Jahr wirklich die Auswahl haben. Neben der Liste „Aktive Bürger“, die Matysik anführt, wird es eine weitere Liste geben, organisiert von Roland Weller und Konrad Stöcker.

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