Blaufelden Breitband und Abwasser in einem Zug

Das Interesse an schnellem Internet ist in der Gemeinde Blaufelden groß. Beim Informationsabend in der Lötholzhalle in Wiesenbach hören rund 140 Bürger zu und stellen eifrig Fragen.
Das Interesse an schnellem Internet ist in der Gemeinde Blaufelden groß. Beim Informationsabend in der Lötholzhalle in Wiesenbach hören rund 140 Bürger zu und stellen eifrig Fragen. © Foto: Johannes Ihle
Blaufelden / Johannes Ihle 21.08.2018
Die Gemeinde Blaufelden treibt das Vorhaben schnelles Internet weiter voran und informiert die Bürger in der Lötholzhalle in Wiesenbach über den aktuellen Stand.

Alle wollen es haben, doch in einigen kleinen Orten in Hohenlohe ist es noch eine Seltenheit: schnelles Internet. In der Gemeinde Blaufelden nimmt das Projekt „Breitbandausbau“ weiter Formen an. Bei einer Informationsveranstaltung in der Lötholzhalle in Wiesenbach informierten die Gemeindeverwaltung sowie Vertreter der Ingenieurbüros und dem künftigen Netzbetreiber Netcom die Bürger über den aktuellen Stand. Die vier Ortsteile Engelhardshausen, Gammesfeld, Herrentierbach und Wiesenbach werden mit der FTTC-Technik („Fibre to the Curb“, also Glasfaser bis zum Verteilerkasten auf dem Bürgersteig) erschlossen. Für die sogenannte letzte Meile bis ins Gebäude werden die bereits bestehenden Kupferleitungen weiterhin genutzt.

Synergieeffekte nutzen

„2015 hat der Gemeinderat den ersten Beschluss gefasst, in den Teilorten FTTC zu verlegen“, sagt Bürgermeisterin Petra Weber. „Dabei muss man jede Gelegenheit nutzen und zum Beispiel Leerrohre außerhalb der Planungen legen, um Kosten zu sparen.“ In der Gemeinde stehen derzeit auch die Kläranlagen auf dem Prüfstand. Neben Leerrohren sollen nun auch Abwasserdruckleitungen verlegt werden. Somit entsteht ein Synergieeffekt, Kosten können gespart werden.

Andreas Ruis vom Ingenieurbüro CDM Smith aus Crailsheim, das die Bauleitung innehat, berichtete über den Baustand. Die Bauarbeiten starteten in Gammesfeld. „Von Gammesfeld bis Heufelwinden sind die Bauarbeiten bereits abgeschlossen“, sagt Ruis. Seit gestern geht es weiter in Richtung Wiesenbach.

Dabei werden die Leitungen nicht in die einzelnen Baugebiete verlegt, sondern auf einem Weg durch den Ort führen. Dennoch werden alle Wiesenbacher schnelleres Internet bekommen. Da die einzelnen Verteiler im Ort angefahren werden, „fließt“ das Internet nur auf den letzten Metern durch die Kupferkabel. „Je nach Entfernung fällt dann die Schnelligkeit aus“, erklärt Heinz Kastenholz von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises. Von Wiesenbach geht es dann auf der linken Straßenseite in Richtung Blaufelden.

Sind die Arbeiten in Wiesenbach abgeschlossen, ist Engelhardshausen an der Reihe. Wer dort alles in den Genuss von schnellem Internet kommen wird, ist noch nicht endgültig geklärt. Derzeit wird geprüft, ob der Energieversorger die Dachständer durch Erdkabel ersetzt. Für Ende September ist eine Entscheidung angekündigt. Alle Häuser, die dann Strom aus dem Boden beziehen, dürfen sich über schnelleres Internet freuen. Die Trasse von der Bundesstraße 290 über Kottmannsweiler bis Herrentierbach ist bereits abgeschlossen.

Bis Ende des Jahres soll das beglaste Leerrohrnetz fertig sein, ab 2019 übernimmt die Firma Netcom und baut das passive Netz in ein aktives um. In den kommenden Wochen will der Netzbetreiber in den einzelnen Orten über mögliche Angebote bei Veranstaltungen informieren.

Gutachten bringt Klarheit

Neben dem Breitbandausbau informierte Udo Bäuerle vom Ingenieurbüro Bäuerle aus Ellwangen über den Stand in Sachen Abwasserplanung in der Gemeinde Blaufelden. „Es muss vieles erneuert werden“, sagt er. Derzeit erstellt Bäuerle mit seinem Büro ein Abwasserstrukturgutachten. Bis 1. Oktober müssen die Planungen vorliegen, damit die nötige Förderung beantragt werden kann.

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