Rosengarten / DAVID BETZ Damiana Koch aus Schwäbisch Hall gehört zu den Gründungsmitgliedern des Brasil-Zentrums in Uttenhofen. Sie und ihre Freundinnen zeigen, wie man in Brasilien kocht. Dabei wird groß aufgefahren.

Das Brasil-Zentrum gibt es ziemlich genau seit einem Jahr. Dort kann man tanzen, Zumbakurse belegen und viel über brasilianische Lebensfreude lernen. Heute wird gekocht. Damiana Koch, Lea Bezzerra-Schmeißer, Soraia Menezes Wolfram, Sandra Mendes-Haderer und Jandeci Schmidt schleppen körbeweise Zutaten an. "Bei uns ist das so: Du lädst jemanden zum Essen ein und jeder bringt etwas mit. Gekocht wird dann zusammen", erklärt Damiana Koch.

Eigentlich geht es ja um drei Rezepte. Doch die fröhlichen Brasilianerinnen fahren groß auf. Mehrere Vor-, Haupt- und Nachspeisen werden aufgetischt. Auch das gehöre eben dazu, wenn sich Brasilianer zum Kochen verabreden. "Da wird immer viel zu viel gekocht. Aber das wird dann am Ende verteilt und jeder nimmt noch etwas für Zuhause mit", sagt Koch.

Während des Kochens sind nicht nur die fünf Frauen in der kleinen Küche, sondern es springen noch einige Kinder im Zentrum herum. Es wird laut erzählt, gelacht und dazwischen eben auch gekocht.

In der Tat ist mit dem Brasil-Zentrum ein kleines Stückchen Brasilien in Uttenhofen entstanden. Nach Deutschland kamen die Frauen auf ganz unterschiedliche Weise. Doch letztendlich sind sie alle aus demselben Grund in Deutschland geblieben: der Liebe wegen.

2009 gründete Damiana Koch das "Projeto Vida". Zusammen mit den Frauen vom Brasil-Zentrum sammelt sie so Geld, um in den Slums von Rio de Janeiro, Favelas genannt, Straßenkindern zu helfen. "Wenn die Kinder wenigstens lesen und schreiben können, dann haben sie zumindest eine Chance, aus den Favelas herauszukommen", sagt Koch. "Ich weiß auch, dass das nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist, aber jedes Bisschen hilft."

Wenn sie über die große Dankbarkeit spricht, Fotos von ihren Besuchen vor Ort zeigt, dann kommen ihr die Tränen. Aber nicht vor Entsetzen über die schlimmen Zustände, sondern weil sie auch Monate später noch überwältigt ist von der Dankbarkeit und Herzlichkeit, die ihr dort begegnet ist. "Da sind Kinder, die bekommen von uns zum ersten Mal im Leben Spielzeug, dass nicht kaputt ist", sagt Damiana Koch. So werden zwischen Zwiebelschneiden und Gemüse putzen auch ernste Themen besprochen. Kurz darauf wird dann aber schon wieder gelacht. Und dieses Lachen steckt an.

Haben die Frauen denn kein Heimweh? Doch, sagen sie alle. Aber wenn sie dann nach Brasilien fahren, dann hätten sie schon nach zwei Wochen Heimweh nach Deutschland.

Dann wird zusammen gegessen. Die brasilianische Küche zeichnet sich durch viel Gemüse und Fisch aus. Aber Auch Fleischgerichte sind beliebt. "Je nachdem, wo man herkommt", sagt Koch. "An der Küste ist natürlich Fisch in Hülle und Fülle da." Man sitzt zusammen, lacht, isst und genießt das Essen gemeinsam.

Info Am Samstag, 6. Juli, feiert das Brasil-Zentrum Uttenhofen in den Schollenäckern sein einjähriges Bestehen. Zwischen 15 und 23 Uhr gibt es Live-Musik, Tanz und kleine Leckereien aus Brasilien sowie eine Cocktailbar. Der Eintritt ist frei.