Feuer BRAND-SPLITTER

Langenburg / HAZ 23.01.2013
Ein Treppenwitz der Geschichte: Als Schloss Langenburg vor 50 Jahren in Schutt und Asche sank, standen umfangreiche Sanierungsarbeiten kurz vor dem Abschluss.
Ein beim Brand verkohltes Gerüst der Handwerker am Glockenturm zeugte noch von den vergeblichen Arbeiten. Das Schloss sollte sich beim ursprünglich für das Jahr 1963 geplanten Besuch der englischen Queen von seiner besten Seite zeigen. Die Visite von Elizabeth II. bei der hohenlohischen Verwandtschaft wurde schließlich auf das Jahr 1965 verschoben.

Ein Diener im Tiefschlaf

Eine bittere Anekdote: Der Kammerdiener Max Roth war offenbar mit einem sehr guten Schlaf gesegnet - der Mann hatte von der nächtlichen Aufregung im Städtchen absolut nichts mitbekommen und wollte bei seinem Dienstantritt am Morgen gegen 7 Uhr wie üblich zuerst die Öfen im Schloss anschüren. . .

Edler Wein wird namenlos

Ein flüssiger Schaden: Auch der fürstliche Weinkeller wurde bei dem Großbrand in Mitleidenschaft gezogen - Unmengen von Löschwasser schwappten in die Katakomben und lösten vor allem die Etiketten. Die edlen Tropfen waren nicht mehr identifizierbar.

TV-Team nutzt Zufall

Ein Fernseh-Zufall: Keine 24 Stunden nach der Katastrophe flimmerten abends in der "Tagesschau" der ARD die ersten Bilder vom Langenburger Schlossbrand bundesweit über die Fernsehschirme - der Reporter Gerhard Konzelmann drehte gerade in Blaufelden einen Film über die Fleckvieh-Versteigerungen und war deshalb mit seinem Kamera-Team schnell am Brandort.

Silberschatz im Schutt

Ein seltsamer Fund: "Bei den Aufräumungsarbeiten im Schloss fand man unter dem Schutt ganze Klumpen von Silber" - so beschrieb vor 50 Jahren der Schüler Ernst Mangold aus Bächlingen in seinen Aufzeichnungen über den Schlossbrand ein kurioses Überbleibsel der Katastrophe. In der Tat schmolzen in der gewaltigen Hitze das wertvolle Tafelsilber und Kerzenständer aus dem Edelmetall.

Die Polizei vergessen

Ein Magnet-Effekt: Unter der Überschrift "Fremdenverkehr zum Brandplatz" berichtete am 1. Februar 1963 auch die "Zeit" über den verheerenden Brand und über seine Folgen: "Noch nie zuvor hatte in diesem Dornröschenland, der verträumten Landschaft an der Jagst, im Winter ein solcher Betrieb geherrscht". Die Wochenzeitung kolportierte auch eine Geschichte, wonach die "Langenburger Polizei erst benachrichtigt wurde, als die ersten Stuttgarter Feuerwehren durch den Ort brausten."