Nathalie Hitsch aus Neunstadt bei Ellwangen und Chrysanthi Matter aus Hohenberg stehen die Schrecken der zurückliegenden Nacht vom Dienstag in das Gesicht geschrieben: Noch vor wenigen Stunden brannte das Anwesen, auf dem die beiden Besucher ihre Pensionstiere abgegeben hatten, lichterloh. Ein Brand in einer Scheune war ausgebrochen und hatte weite Teile des Stalles zerstört. Nur das rasche Eingreifen der umliegenden Feuerwehren und die geistesgegenwärtige Rettungsaktion der Frauen konnten die anwesenden Tiere retten.

Frauen trauern um totgeglaubtes Schwein

Dennoch mussten am frühen Mittwochmorgen die beiden Frauen nach der quälenden Nacht den Verlust des geliebten Minischweinchens „Klara“ beklagen. „Es brach mir fast das Herz, als ich aus dem feuerlodernden Stall das Tier nicht mehr rausholen konnte“, erzählt Chrysanthi Matter mit zitternder Stimme. „Die starke Hitzeentwicklung erlaubte es nicht mehr, die bis an die Dächer angekommene Feuersbrunst zu betreten“, schildert sie ihren Rettungsversuch.

Auch ihre Mitbesucherin Na­thalie Hitsch sah keine Möglichkeit, das in den Flammen eingeschlossene Tier zu retten. Deshalb waren beide Frauen darauf bedacht, die fünf Pferde und zwei Esel und weitere Tiere, die sich ebenfalls auf dem Gelände befanden, vor den Flammen in Sicherheit zu bringen. Die rasch zu Hilfe geeilte Feuerwehr war über die Nacht vor Ort, um das angrenzende Wohnhaus des Besitzers vor der Feuersbrunst zu retten und weitere Brandherde zu bekämpfen.

Minischwein liegt putzmunter in niedergebranntem Stall

Am Mittwochmorgen bot sich ein Bild des Grauens. Auf dem Anwesen in der Nähe des Herlingsweihers lagen weit verstreut verkohlte Holzbalken und Aschestaub. Auch der Stall mit den rußigen Gemäuern spiegelte die Brandeinwirkungen wider. Auf dem gesamten Gelände roch es nach Asche und Rauch.Nathalie Hitsch und Chrysanthi Matter wollten beim Betreten des Stalles ihren Augen nicht trauen. Denn bei der Suche nach ihrer geliebten „Klara“ hatten sie sich auf die schlimmsten Bilder, die einem Tierliebhaber wohl widerfahren können, vorbereitet. Doch anstelle des befürchteten Bildes des qualvoll verendeten Tieres trauten die beiden Frauen ihren Augen nicht. Denn „Klara“ lag putzmunter in einer kleine Nische. Der herbeigerufene Tierarzt stellte eine leichte Rauchvergiftung fest, ansonsten hatte das Minischweinch das Feuerinferno überlebt. Noch etwas ermüdet durch die turbulente Nacht zog es „Klara“ heute vor, den Tag in ihrer kleinen Hütte zu verbringen – und wurde mit gutem Essen und unzähligen Streicheleinheiten von ihren Besitzern reichlich belohnt.

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