Kirchberg Bouleturnier am Samstag im Kirchberger Hofgarten

HARTMUT VOLK 25.07.2013
Bereits zum 20. Mal findet am kommenden Samstag das Kirchberger Bouleturnier statt. Was einst als Hobby einiger frankophiler Junglehrer begann, ist heute im Hofgarten fast schon zum Massensport geworden.

Die Wiege der Kirchberger Boulekultur ist jedoch nicht wie man meinen möchte, der malerische Hofgarten mit seinen fein geschotterten Wegen und Plätzen, sondern die Eschenstraße oben in der Siedlung. Genauer gesagt, der Grenzstreifen zwischen den Grundstücken Eschenstraße 8 und Eschenstraße 10. Wo bei ordentlichen Häuslesbauern Hecken, Zäune oder Mauern die Nachbarn voneinander abschirmen, legten Alfred Petsch und Wolfgang Langer bei ihrem Hausbau in den 80er-Jahren eine gemeinsame Boulebahn an.

"Es war mein Jugendtraum, eine eigene Bahn zu haben, wenn ich einmal ein Haus baue", erzählt Alfred Petsch. Der pensionierte Französischlehrer, der mit einer Französin verheiratet ist, hat das Spiel mit den Stahlkugeln im Urlaub in Frankreich kennengelernt, ähnlich wie seine Kollegen Wolfgang Langer, Alexander Braun, Jörg Matzke und Ludwig Kron. Mit der Boulebahn in der Eschenstraße war ein beliebter Feierabendtreffpunkt für die Kirchberger Boulefreunde geschaffen.

Nachdem 1986 der zuvor als Privatgärtnerei betriebene Hofgarten renoviert und als öffentlicher Park der Bevölkerung zugänglich gemacht worden war, trafen sich die boulebegeisterten Väter von kleinen Kindern gerne dort. Die Kleinen konnten im Sandkasten spielen, und die Papas der Jagd auf das rosa Schweinchen nachgehen - die kleine Zielkugel, an die die Spieler ihre Würfe so nah wie möglich platzieren müssen, oder die von geübten Boulespielern weggeschossen wird.

"Mit der Verlagerung in den Hofgarten ist das Boulespielen öffentlich geworden", berichten die beiden begeisterten Bouler der ersten Stunde, Fritz Schwarz und Alexander Braun, die sich auch sonst im Städtchen für Kultur engagieren. 1992 gründeten sie mit Nachbarn die "Initiative für den Ignoranten" (INIG), die eine anlässlich der Ausstellung "Skulptur und Landschaft" am Stadttor platzierte Holzplastik des Bildhauers Fernand Semma aus dem Erlös von Open-Air-Kinoveranstaltungen für die Stadt erwarb.

"Dadurch hatten wir einiges an Organisationserfahrung gewonnen", meint Braun. Die nutzte die INIG dann, um 1994 das erste Bouleturnier im Hofgarten zu veranstalten. Töpfermeisterin und Boulespielerin Birgit Flad stellte dafür den kunstvollen und mittlerweile hoch begehrten Kirchberger Wanderpokal her, der aus zwei Boule spielenden Keramikfiguren besteht.

Inzwischen hat sich die INIG von der Organisation der Turniere zurückgezogen. "Es wurde immer aufwendiger, weil die Zahl der Boulespieler kontinuierlich größer wurde", sagt Fritz Schwarz, der immer noch leidenschaftlich Boule spielt, aber nun ins zweite Glied zurückgetreten ist. "Boule-Freunde Kirchberg" nennt sich nun der erweiterte Kreis, der das französische Kugelspiel im Hofgarten organisiert. Zu ihm gehört auch Wolfgang Geist, den es freut, dass sich inzwischen Menschen aus allen Altersgruppen und beruflichen Schichten beim Boulespielen treffen: "Es hat etwas sozial Verbindendes und stärkt die Gemeinschaft in Kirchberg."

Info Das 20. Kirchberger Bouleturnier findet am Samstag, 27. Juli, im Hofgarten statt. Doublette-Anmeldungen von Spielern mit guter Spielpraxis werden bis 10 Uhr vor Ort entgegengenommen.