Die kommunalpolitischen Turbulenzen in der Stadt Leutershausen im benachbarten Landkreis Ansbach reißen nicht ab: Der Stadtrat Manfred Schmaus, der für die Alternative Liste Leutershausen“ (ALL) Sitz und Stimme im Kommunalparlament hat, kündigte jetzt in einer Gemeinderatssitzung überraschend an, dass er künftig nicht mehr als Stellvertreter von Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier zur Verfügung steht. Dem Gremium will er aber weiterhin angehören.

Seinen Rücktritt begründete der Diplom-Psychologe damit, dass er keine Rathaus-Chefin mehr vertreten wolle, die „das ­Ehrenamt in unserer Stadt mit Füßen tritt“ und sich als „absolut beratungsresistent“ erwiesen habe, wie Manfred Schmaus von der „Fränkischen Landeszeitung“ (FLZ) zitiert wird. Die Bürgermeisterin sei „letztlich unfähig, die Geschicke unserer Stadt zum Wohle aller Bürger zu leiten“.

Zwei Verfahren eingeleitet

Manfred Schmaus zählt zu den schärfsten Kritikern von Sandra Bonnemeier, gegen die derzeit nicht nur ein Disziplinarverfahren läuft, bei dem vor allem ihre eigenwillige Amtsführung und ihr Umgang mit dem Gemeinderat auf dem Prüfstand steht: Die Staatsanwaltschaft in Ansbach ermittelt wegen des Verdachts der Untreue.

Die Bürgermeisterin soll nämlich ohne Genehmigung des Gemeinderates über Monate hinweg für die Dienste eines externen Beraters aus Satteldorf mindestens 186.000 Euro Honorar aus der Stadtkasse bezahlt haben.

Sandra Bonnemeier ging schon mehrfach mithilfe einer Rechtsanwaltskanzlei aus Nürnberg gegen ihre Kritiker vor und drohte ihnen mit juristischen Schritten. Auch Manfred Schmaus war davon betroffen. Die Bürgermeisterin warf ihrem Stellvertreter unter anderem vor, in ihrer Abwesenheit „ohne triftigen Grund“ eine Überweisung von 3000 Euro an den besagten Berater gestoppt zu haben.

Das könnte dich auch interessieren: