Schrozberg Ausstellung: Blicke, Blumen, Farbflächen

Monika Reiter mit dem Abbild eines australischen Prachtstaffelschwanzes.
Monika Reiter mit dem Abbild eines australischen Prachtstaffelschwanzes. © Foto: Ralf Snurawa
Schrozberg / Ralf Snurawa 27.04.2018
Bei der Vernissage von Monika Reiters Ausstellung im Rathaus waren nicht nur die Werke, sondern auch die Reden blumig.

Aufgabe der Gemeinde sei es, Schwellenangst vor Kunst und Museen zu nehmen. Und da sich in der Region selbst viele für Kunst interessieren und auch kreativ sind, biete sich eine Ausstellung wie diese an. Denn Monika Reiter sei in Schrozberg aufgewachsen. „Wer könnte also regionaler sein als sie?“, fragte Förderer. Reiter hatte dabei alles Notwendige für eine Ausstellungseröffnung selbst mitgebracht.

Gleich selbst mitgesungen

Dazu gehörte der „Neue Chor“ aus Schrozberg unter Leitung von Veronika Grossenbacher. Dem gehört die Künstlerin seit zwölf Jahren an – und sang entsprechend bei der Vernissage mit. Ein hal­bes Konzert lieferten die Sängerinnen und Sänger den etwa 100 Besuchern. Mit Hingabe erklang da zu Beginn „Hello To You“ oder wurden zu „Have A Nice Day“ die Jazzharmonien weich herausgestellt. Beatles-Klassiker wie „Yesterday“ und „Ob-La-Di, Ob-La-Da“ wurden mit einem wunderbar tänzerischen „Samba Brasil“ und Freddy Quinns „Heimweh“ konfrontiert.

„Dort, wo die Blumen blüh’n“ heißt es da im Refrain, und das war auch die ideale Überleitung zur Ausstellung. Allerdings erwartete einen da nicht eine oft vorzufindende Ansammlung von Blumensträußen, in Aquarelltechnik angefertigt. Bei Monika Reiter erhalten Blumen eine teilweise merkwürdige Verfremdung. Die Stiefmütterchen stecken in der „Alcohol“-Flasche. Beim „Sommerstrauß“ verfließen die Wasserfarben geradezu ineinander. Weiße Tulpen stecken in einer Suppenterrine. Der „Rote Mohn“ ist ein monochromes Bild mit leichten Rotabstufungen. Und im Garten sieht man vor allem Schatten: eine Figur und Ranken.

Sigrid Bullinger, die früher mit der Künstlerin zur Schule gegangen war, sprach deswegen eher von einem „Bildergarten“. Allerdings liege es der Künstlerin fern, in Serien zu arbeiten. Gruppierungen gebe es aber schon. Neben dem Thema Blumen und Garten sind es vor allem bei den Tieren Kühe und Vögel, unter letzteren vor allem der australische Prachtstaffelschwanz und Hühner. Ein „leichtes Kaleidoskop der Natur“ finde man in der Ausstellung vor.

Monika Reiter sei es wichtig, „Pflanzen und Tieren mit Respekt zu begegnen“. Entsprechend versprach die Künstlerin auch 200 Euro aus dem Bilderverkauf schon mal dem Nabu Kirchberg.

Bullinger bemerkte auch noch, dass Reiter die Augen von Tieren und Menschen, die sie in ihren Bildern gleich behandele, in den Fokus gestellt habe. Da blicken die mit nur wenigen Pinselstrichen angedeuteten Rehe auf „Die Scheuen“ ängstlich zurück und zur Seite. Auf „Die Wachsamen“ scheint ein Wolf den Schlaf einer Eule zu bewachen. Skeptisch wirkt der Blick des fast aus dem Bild heraustretenden Huhns auf die zeichenhaft angedeuteten Tiere auf „Selbstsicher“.

Abstrahierende Elemente

Ein inneres Strahlen scheint aus den Augen der Frau auf „Zauberhaft“ zu kommen, die ein Lamm in ihren Armen hält. Der Bildtitel „Freudig“ beschreibt die Augen des Kindes mit einem Hasen im Arm. Fragend blickt einen eine „Bunte Kuh“ an. Ergänzt werden diese Bilder durch abstrahierende Momente. Dazu gehören die „Landschaftsschichten“ genauso wie der „Blaue Traum“ oder der „Geniale Zufall“.

Info

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Rathauses sowie sonntags von 14 bis 17 Uhr noch bis zum 20. Mai zu sehen. Die Künstlerin selbst wird am 13. und 20. Mai vor Ort sein.

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