Ferien Blick ins Klassenzimmer: Was machen Viertklässler vor Ferienbeginn?

Brettheim / LINDA GALUMBO 24.07.2013
Die Sommerferien sind da - hurra. Fand in der letzten Schulwoche tatsächlich noch Unterricht statt? Das HT begleitete die Viertklässler der Grundschule in Brettheim bei ihren letzten Schultagen.

Alle Stühle sind besetzt, die Klasse ist vollständig. Mit einem lautstarken Rufgesang "Guten Morgen, Frau Staubach" begrüßen die 21 Viertklässler der Grundschule Brettheim ihre Mathematiklehrerin. Flächeninhalt- und Umfangsberechnung von Quadraten und Rechtecken sowie die Wiederholung der römischen Zahlen stehen am vorletzten Schultag auf dem Programm - nichts mit Eis schlemmen und Kinofilme gucken. Ein ganz normaler Schultag also.

In der vergangenen Wochen waren die Schüler damit beschäftigt, ihr Klassenzimmer aufzuräumen, Bilder abzuhängen und die Fächer von den Malutensilien zu befreien. Und sie durften sich über einen ganz besonderen Gast freuen, nämlich über den Klassenhund "Jack". Jack begleitete die Klasse in der letzten Schulwoche, fühlte sich wortwörtlich pudelwohl und genoss die Streicheleinheiten der Schüler.

Hund in die Klasse integriert

"Jack strahlt unglaubliche Ruhe in der Klasse aus, verbessert das Sozialverhalten der Kinder und fördert die Rücksichtsnahme", sagt Rektorin Martina Staubach. So kam es vor, dass die Schüler den Vierbeiner in der großen Pause ausführten oder Platz machten, wenn Jack sich vor ihre Füße legen wollte. "Es ist das erste Mal, dass ich einen Hund in die Klasse integriere", so Staubach. Über einen pädagogischen Vortrag hat die Rektorin erfahren, dass Therapiehunde ADHS-kranken Kindern helfen und sie beruhigen kann und sie "wollte das nun einfach mal ausprobieren", erklärt Staubach.

Zum letzten Mal erklingt am Mittwoch für die Viertklässler die Schulglocke an der Grundschule Brettheim. Für die Schüler beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt, verbunden mit Ängsten, Freude und Trauer. Philipp Mack aus Weikersholz geht seinen Weg und zwar nach Blaufelden auf die Realschule. "Ich freue mich auf die neue Schule, auch wenn es bisher noch ungewiss ist, was mich erwartet", erzählt der Neunjährige. Doch jetzt beginnen erst mal die Ferien - eine Zeit, sich vom Schulstress zu erholen, um danach mit voller Energie ins neue Schuljahr starten zu können.

Von einer überdimensionalen Größe des Schulgeländes berichtet Mika Rohn (10) nach dem Schnuppertag am Gymnasium in Gerabronn. Als einziger Schüler aus der Klasse wird er im kommenden Schuljahr seinen Schulweg dorthin bestreiten. Im Moment kann er seine Freude noch nicht äußern, aber ihm sind bereits die tollen Möglichkeiten der Schule, wie die Italienrundfahrt und die Fremdsprachenangebote, ins Auge gestochen. "Ich verlasse die Grundschule mit einem komischen Gefühl", beschreibt Kim Schöller. Auch sie wird die Realschule in Blaufelden besuchen. Sie hat zum Beispiel Angst, das Klassenzimmer nicht gleich zu finden und ist traurig, dass sie dann nicht mehr alle Freunde sieht.

Doch nicht nur die Viertklässler bedrückt heute ein komisches Gefühl. "Für mich ist das heute sehr schwer. Die Klasse ist mir ans Herz gewachsen", sagt Martina Staubach. Für elf Schüler geht es an die Realschule Blaufelden, für drei an die Realschule Kirchberg, für drei an die Gemeinschaftsschule Rot am See und für wiederum drei Schüler führt der Weg nach den sechswöchigen Sommerferien in die Schlossschule Kirchberg.

So hat es auch der deutsche Schriftsteller Herrmann Hesse bereits auf den Punkt gebracht: "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne." Und aller Anfang ist bekanntlich schwer.

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