Blaufelden/Braunsbach Blick in die Geschichte

Der Bezirksarbeitskreis Frauen war in Braunsbach unterwegs. Privatfoto
Der Bezirksarbeitskreis Frauen war in Braunsbach unterwegs. Privatfoto
PM 15.06.2013
Zwölf Frauen des Bezirksarbeitskreises Frauen im Dekanat Blaufelden sind nach Braunsbach gefahren, um im Bezirksrabbinat etwas über die Geschichte der Landjuden in Braunsbach zu erfahren.

Seit etwa 1600 lebten im Ort Menschen jüdischen Glaubens, von 1832 bis 1913 war Braunsbach sogar der Sitz eines Bezirksrabbiners. Sein Wohnhaus beherbergte damals auch die israelitische Schule. Das Gebäude war neben der Synagoge und dem Friedhof einer der drei wichtigsten Orte des Judentums im größeren Umkreis, bis der Sitz des Bezirksrabbinats im Jahr 1913 nach Schwäbisch Hall verlegt wurde. Die Schule musste 1923 wegen der zu geringen Schülerzahl geschlossen werden, wurde allerdings 1936 wieder als Bezirksschule für jüdische Kinder aus Braunsbach, Schwäbisch Hall, Dünsbach und Künzelsau eröffnet.

Nach der Deportation der Braunsbacher Juden durch die Nationalsozialisten wechselte das Rabbinatsgebäude mehrfach den Besitzer, bis es 1999 in den Besitz der Gemeinde überging. Im Jahr 2004 wurde ein Förderverein zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes gegründet. Elisabeth Quirbach richtete das Museum mit Hans Schulz, dem Vorsitzenden des Fördervereins, und der Unterstützung durch die Landeszentrale für politische Bildung des Landes Baden-Württemberg ein, sodass es im April 2008 eröffnet werden konnte. Neben Führungen durch die Ausstellung gibt es auch Themenführungen sowie Rundgänge durch den Ort und Führungen über den jüdischen Friedhof.

Letzteren besuchten die interessierten Frauen dann nach einer kurzen Kaffeepause alleine. Mit dem Besuch des jüdischen Friedhofs mit herrlichem Blick über den Ort und knapp 400 gut erhaltenen Grabsteinen - die letzte Bestattung fand hier im Jahr 1938 statt - ging ein sehr interessanter und informativer Nachmittag für die Frauen zu Ende.