Kommunen Blaufelder Gemeindeverwaltung bittet zur Kasse

Wegen großer Baustellen in der Gemeinde Blaufelden muss sich die Verwaltung Gedanken machen, wie sie mehr Geld einnimmt. Nun werden an einigen Stellen die Gebühren erhöht.
Wegen großer Baustellen in der Gemeinde Blaufelden muss sich die Verwaltung Gedanken machen, wie sie mehr Geld einnimmt. Nun werden an einigen Stellen die Gebühren erhöht. © Foto: dpa/Andreas Gebert
Johannes Ihle 04.01.2018
In diesem Jahr erhöht die Gemeinde Blaufelden Steuern und Gebühren. Das Wasser wird teurer, die Benutzung der Hallen ebenso. Auch Hundebesitzer müssen tiefer in die Tasche greifen.

Die Bürger der Gemeinde Blaufelden müssen sich auf höhere Gebühren einstellen. Durch einige große Baustellen wie das Dorfzentrum Wiesenbach, den geplanten Kläranlagenanschluss von Wiesenbach nach Blaufelden oder den Breitbandausbau wird die Gemeinde finanziell stark belastet. Daher verändert sich die Finanzlage so, dass in Zukunft zum Ausgleich des Vermögenshaushalts sehr hohe Kreditaufnahmen vorgesehen sind. Die Verschuldung wird sich voraussichtlich von drei auf rund vier Millionen erhöhen. „Deshalb ist die Gemeinde verpflichtet, sich auch über die eigenen Einnahmequellen Gedanken zu machen“, schreibt die Verwaltung in einer Beratungsvorlage für den Gemeinderat.

Grundsteuer

Grundstücks- und Hausbesitzer werden stärker zur Kasse gebeten. Die Grundsteuer A, die Land- und Forstwirtschaftsbetriebe betrifft, wird von 410 auf 420 Prozent erhöht. Die Grundsteuer B, die für alle anderen Grundstücke bezahlt werden muss, wird von 390 auf 400 Prozent erhöht. „Für ein kleines Einfamilienhaus bedeutet das fünf bis sechs Euro mehr im Jahr“, rechnet Kämmerer Roland Bach dem Gemeinderat vor. Bei einem großen Landwirtschaftsbetrieb gehe er von Mehrkosten von zwischen 40 und 60 Euro aus. „Im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden liegen wir im unteren Drittel und unter dem Durchschnitt.“

Auch den Hundebesitzern geht es an den Geldbeutel. Seit dem 1. Januar müssen Hundehalter 84 Euro für ihren ersten Hund und 168 Euro für jeden weiteren Hund bezahlen. Das hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung beschlossen. Zuvor waren es 72 Euro für den ersten Hund und 144 Euro für jeden weiteren. Die Hundesteuer war zuletzt 2002 erhöht worden. Daher sei die Erhöhung durchaus vertretbar, so die Gemeindeverwaltung.

Wer ab Juli 2018 in Blaufelden eine Halle mietet, muss mit höheren Kosten rechnen und tiefer in die Tasche greifen. Alle sieben Gemeindehallen standen auf dem Prüfstand. So muss man, wenn man die große Markthalle mieten will, statt 297 nun 327 Euro für die Miete bezahlen. Die Nebenkosten wie Strom, Heizung, Wasser, Abwasser und Aufwand für den Hausmeister kommen noch dazu. Wer Interesse an der Mehrzweckhalle hat, muss mit höheren Heizkosten kalkulieren. Hier steigt der Preis von 47,90 Euro auf 71,40 Euro pro Tag.

Auch bei allen anderen Hallen wurden die Gebühren erhöht. Die Sonderregelungen für Ortschaften ohne Gaststätten wurden ebenfalls angepasst. Bei Beerdigungen muss in Herrentierbach und Wiesenbach zukünftige die halbe Gebühr für Miete und Heizung bezahlt werden. Die Gebühren für die Küchenbenutzung bleiben unverändert. Bei den Auf- und Abbauzeiten wird sich auch etwas ändern: In der Miete ist jeweils ein Tag enthalten. Sollten zusätzliche Tage benötigt werden, werden in Zukunft 30 Euro pro weiterem Tag verlangt.

Wasserzins

In Sachen Wasserzins wird sich in Blaufelden einiges tun. Er steigt von 1,90 Euro je Kubikmeter auf zwei Euro in diesem Jahr, 2,07 Euro 2019 und auf 2,13 Euro 2020. Grund dafür ist die Steigerung des Bezugspreises bei der Hohenloher Wasserversorgungsgruppe, die damit höhere Preise ihres Lieferanten NOW weitergibt. Zudem muss ein Verlust von rund 80 000 Euro aus den Jahren 2013 bis 2016 ausgeglichen werden.