Zum ersten Mal in der immerhin 106-jährigen Geschichte der LBV Schrozberg schließt die Genossenschaft eine Filiale: Am 31. Dezember stellt der Raiffeisenmarkt in Blaufelden seinen Betrieb ein. Sinkende Umsätze und steigende Kosten sind laut LBV-Geschäftsführer Andreas Rohr die Gründe für diese „schwere Entscheidung“, die sowohl vom Vorstand als auch vom Aufsichtsrat der Genossenschaft einstimmig getroffen wurde.

Der Raiffeisenmarkt in Blaufelden bestand schon zu Zeiten der Genossenschaft GEOGE, die im Jahr 2004 mit der LBV fusionierte. Kurze Zeit später zog der Laden, in dem hauptsächlich Artikel für Haus, Hof und Garten, aber auch Spiel- und Schreibwaren angeboten werden, von der Hauptstraße in das Erdgeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses in der Nonnengasse um.

Schon seit geraumer Zeit kämpfte das Geschäft an einem relativ ungünstigen Standort fernab des neuen Einkaufszentrums am Ortsrand von Blaufelden mit betriebswirtschaftlichen Problemen: „Auch auf unserer Genossenschaft lastet ein immenser Druck, und wir können einzelne Schwachstellen in unserer Bilanz nicht mehr so einfach wie früher ausgleichen“, sagt der Vorstandsvorsitzende Rudolf Herrmann. Die schon Mitte September getroffene Entscheidung, den Markt zu schließen, sei den genossenschaftlichen Gremien nicht leichtgefallen: „Es führte aber kein Weg daran vorbei.“

Von der Schließung sind insgesamt vier Mitarbeiter betroffen. Zwei Beschäftigte nahmen bislang das Angebot der LBV an, künftig in anderen Filialen zu arbeiten. „Die Mitarbeiter des Marktes haben jeden Tag gekämpft und alles versucht, mehr Umsatz zu generieren“, sagt Geschäftsführer Rohr. Trotz aller Bemühungen gebe es aber keine Hoffnung, dass die Filiale in Blaufelden „noch auf einen grünen Zweig kommt – die Aussichten sind einfach zu schlecht.“

Schrozberg

Weitere LBV-Filialen sind „nicht in Gefahr“

Nach der Schließung in Blaufelden verfügt die LBV noch über drei Raiffeisenmärkte an den Standorten Schrozberg, Gerabronn und Rot am See. Im Vorjahr verbuchten alle vier Läden einen Umsatz von rund 4 Millionen Euro – ein Anteil von rund 6 Prozent in der Bilanz der Genossenschaft, die 2018 unter anderem mit ihren 27 Bäckereifilialen und drei Edeka-Märkten insgesamt 64 Millionen Euro umsetzte.

Andere Geschäftszweige der LBV sind indes „absolut nicht in Gefahr“, sagte Geschäftsführer Andreas Rohr. Offen sei dagegen noch, ob die LBV-eigene Immobilie in Blaufelden verkauft oder vermietet wird.

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