Es gibt immer gute Gründe, das Feuerwehrfest in Niederwinden zu feiern. Doch diesmal gab es gleich drei Anlässe, die die 44. Ausgabe des beliebten Festes zu etwas Besonderem machten: Vor 200 Jahren wurde die erste Löschspritze angeschafft, vor 140 Jahren eine neue Spritze, die Kolbenspritze Hydrophor, und im selben Jahr wurde die Feuerwehr Rot am See gegründet. Bei einem Festabend am Samstag nahmen die Feuerwehrler die Gäste mit auf eine Zeitreise zu den Anfängen der Feuerwehrarbeit in der Gemeinde Rot am See.

Feuerwehrarbeit optimiert

Schautafeln dokumentierten die 140-jährige Geschichte mit Protokollen aus dem Gemeinderat, Fotos von Fahrzeugen und Geräten und Bildern von großen Einsätzen. „Da hat sich viel getan im Laufe der Jahre“, sagte Gesamtkommandant Alfred Fetzer, unter dessen Leitung im Jahr 2006 ein Veränderungsprozess eingeleitet wurde, der die Feuerwehrarbeit in der Gemeinde optimiert hat und mit der Anschaffung eines neuen Löschfahrzeugs jetzt abgeschlossen wurde.

200 Jahre Feuerwehrspritze beim Feuerwehrfest in Niederwinden

Feuerwehr Rot am See 200 Jahre Feuerwehrspritze beim Feuerwehrfest in Niederwinden

„Seit 2000 bis heute mussten 520 Einsätze bewältigt werden – sei es die Beseitigung von Ölspuren, Sturmschäden oder die Bewältigung von Hochwassereinsätzen, das Verhindern von Umweltschäden oder die Rettung und Bergung verletzter Personen“, zählt Fetzer auf. „Das Löschen von Bränden, die ursprüngliche Kernaufgabe der Feuerwehr, hat mit den Jahren abgenommen.“

Dass es nicht immer einfach war, eine geeignete Ausrüstung für die Feuerwehr zu bekommen, daran erinnerte Ehrenkommandant Albrecht Ohr. Damals wie heute stellen Fahrzeuge, Magazine, Material und Einsatzkleidung einen großen Kostenfaktor für eine Gemeinde dar. Welchen Wandel allein die Uniformen durchlebten, zeigten Feuerwehrler bei einer historischen Modenschau.

Sachsenheim

Historische Saugfeuerspritze wird bei Schauübung gezeigt

Harald Schöberl, Abteilungskommandant von Rot am See, erinnerte an die Anfänge im Jahr 1819 und zeigte auf, wie mit der Beschaffung einer neuen Pumpe 60 Jahre später die eigentliche Feuerwehrarbeit begann. „Die Spritze wurde im Einsatz von 32 Männern bedient. Als sogenannte Saugfeuerspritze konnte sie sowohl aus dem eingebauten Wasserbehälter wie auch aus offenem Gewässer Wasser fördern: Die Leistung lag bei 500 Litern in der Minute bei 55 Hüben“, so Schöberl.

Die historische Feuerwehrspritze, die zuvor liebevoll restauriert worden war, wurde am Sonntag bei einer Schauübung im Einsatz gezeigt. Auch weitere historische Feuerwehrfahrzeuge wurden ausgestellt. Sie standen in beeindruckendem Kontrast zum gerade einen Monat alten Löschfahrzeug der Wache West. Die Besucher staunten nicht schlecht: Feuerwehrarbeit hat in Rot am See eine lange Tradition und sie hat sich sehr gewandelt. Was gleich geblieben ist, ist der Einsatz der Ehrenamtlichen, die – damals wie heute – ihre Mitbürger vor Gefahren schützen.

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