Die bestehenden Stromlieferverträge der Gemeinde Blaufelden laufen zum 31. Dezember 2020 aus – deshalb beteiligt man sich für die Zeit danach an der Bündelausschreibung des Gemeindetags. So weit reichte am Montag die Einigkeit zwischen der Verwaltung und allen Mitgliedern des Gemeinderats. Bei der Frage, ob man auf Normalstrom oder Ökostrom setzt, gab es derweil unterschiedliche Positionen.

Blaufeldens Bürgermeisterin betrachtet Ökostrom skeptisch

Gemeinderat Kevin Leiser hatte bereits im Zuge der Verlängerung der Gaslieferungsverträge angeregt, zu prüfen, ob man beim Strom ganz auf erneuerbare Quellen umsteigen könnte. Die Verwaltung prüfte und kam zu dem Ergebnis, dass das durchaus möglich sei – und man mit Mehrkosten von 2400 Euro pro Jahr zu rechnen habe. Bürgermeisterin Petra Weber nannte Ökostrom am Montag „grundsätzlich begrüßenswert“. Aber: „Ich bin skeptisch, ob man sichergehen kann, dass es wirklich dem Ziel Klimaschutz dient.“ Das Label „Ökostrom“ sei ihres Erachtens nach nicht geschützt, es stelle sich die Frage, ob es nicht andere – effizientere – Klimaschutzmaßnahmen gebe. Die Verwaltung empfahl, Normalstrom zu beziehen.

Hermann Kießecker hielt die Mehrkosten zwar nicht für entscheidend, ihm gehe es aber „wie Bürgermeisterin Weber: Ich weiß nicht, ob es tatsächlich Ökostrom ist, den wir da beziehen.“ Roland Sacher plädierte ebenfalls für den normalen Strommix: Der errechnete Beitrag zum Klimaschutz sei für ihn „immer sehr theoretisch“, letztlich sei ihm „das Hemd näher als die Jacke“. Welche Auswirkungen der Klimawandel auch auf Blaufelden haben könne, habe die Flüchtlingskrise gezeigt, hielt Manfred Glemser dagegen: Das könne sehr schnell unter die Haut gehen, so seine Reaktion auf Sachers Hemd-Jacken-Zitat. Das Misstrauen gegen Ökostrom sei angesichts einer Bündelausschreibung mit dem Gemeindetag „hergeholt“.

Gemeinde als Vorbild

„Ich halte es eben für sinnvoller, 2400 Euro für Ökomaßnahmen direkt in der Gemeinde auszugeben“, erwiderte wiederum Sacher. Dem stimmte Martin Steinbrenner zu: „Wir haben andere Möglichkeiten, um mehr zu bewegen mit dem Geld.“ Udo Hauber hingegen sieht es als ein wichtiges Zeichen an, wenn die Gemeinde auf Ökostrom setzt. Man sei Vorbild – und es gehe um keine große Summe.

Die Abstimmung endete knapp: Elf Gemeinderäte stimmten für eine Ökostrom-Ausschreibung, zehn waren dagegen, einer enthielt sich.