Investitionen Blaufelden drosselt das Tempo

Kein Durchkommen ist derzeit in Gammesfeld: Die Gemeinde Blaufelden lässt für rund 200 000 Euro die Kanalisation zwischen Kronenstraße und Ortsende erneuern, die Hohenloher Wasserversorgungsgruppe ersetzt betagte Wasserleitungen und im Auftrag des Landkreises Hall fahren demnächst die Bagger für den Bau einer neuen Ortsdurchfahrt auf. Foto: Harald Zigan
Kein Durchkommen ist derzeit in Gammesfeld: Die Gemeinde Blaufelden lässt für rund 200 000 Euro die Kanalisation zwischen Kronenstraße und Ortsende erneuern, die Hohenloher Wasserversorgungsgruppe ersetzt betagte Wasserleitungen und im Auftrag des Landkreises Hall fahren demnächst die Bagger für den Bau einer neuen Ortsdurchfahrt auf. Foto: Harald Zigan
Blaufelden / HARALD ZIGAN 20.03.2013
Nach einem hohen Projekt-Tempo in den Vorjahren schaltet die Gemeinde Blaufelden heuer einen Gang zurück. Der Haushalt für das Jahr 2013 ermöglicht dennoch einige Vor- haben in der Kommune.

"Nach den massiven Investitionen in den Vorjahren wie zum Beispiel für die neue Mehrzweckhalle muss auch mal wieder eine Phase der Konsolidierung kommen", wie Bürgermeister Klaus Köger die Zielrichtung des neuen Etats beschrieb.

In den nächsten zwei bis drei Jahren, so das Gemeindeoberhaupt, stehe die Sanierung der Ortsmitte rings um die neuen Hallen im Mittelpunkt. In diesem Jahr sind 600.000 Euro für die Fortsetzung dieses Projekt auf der Südseite des Areals eingeplant, wobei die Gemeinde mit einem Zuschuss von 50 Prozent zu den Gesamtkosten von 1,3 Millionen Euro rechnet.

Bei einem Etat-Volumen von 15,1 Millionen Euro werden vor allem im Vermögenshaushalt die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um rund 15,7 Prozent auf 2,1 Millionen Euro heruntergefahren. Der Verwaltungshaushalt für den laufenden Betrieb der Gemeinde summiert sich auf 13 Millionen Euro, die Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt liegt bei nur noch 17.000 Euro.

Die Gemeinde hat aber noch genügend Luft für weitere Vorhaben wie zum Beispiel die neue Kanalisation in Gammesfeld (200.000 Euro) oder für den Bau eines Regenüberlaufbeckens (740.000 Euro) in der Silcherstraße in Blaufelden.

Die Folgen des Finanzausgleichs machen sich auch in Blaufelden unangenehm bemerkbar: Die guten Einnahmen vor zwei Jahren, als aus den örtlichen Firmen noch rund 4 Millionen Euro an Gewerbesteuer auf das Konto der Kommune flossen, führen heuer dazu, dass der Kreis 2 Millionen Euro und das Land Baden-Württemberg 1,3 Millionen Euro aus der Kasse von Blaufelden holen. Und auch bei der Gewerbesteuer, die der Kämmerer Roland Bach auf 2,6 Millionen Euro taxiert, hält das Land die Hand auf und kassiert 520.000 Euro.

Zur Finanzierung der Vorhaben muss Blaufelden auf die eisernen Reserven zurückgreifen: Die Rücklage wird um 900 000 Euro "erleichtert". Bei den Banken besorgt sich die Kommune neue Kredite in Höhe von 410 000 Euro. Gleichzeitig werden 367 000 Euro getilgt.

Der Schuldenstand von Blaufelden klettert damit bis zum Jahresende 2013 auf 4,3 Millionen Euro. Jeder Einwohner steht dann rein rechnerisch mit 837 Euro in der Kreide - eine Verschuldung, "die für uns eine verträgliche Höhe hat angesichts der vielen realisierten Projekte", so Klaus Köger. Letztlich votierte der Gemeinderat einstimmig für den neuen Etat.

2860 Euro für jeden Knirps

Kindergärten sind für fast alle Kommunen ein "Verlustgeschäft" - auch in Blaufelden: Die Kommune subventioniert ihre jüngsten Bürger heuer mit rund 503 000 Euro. Bei 176 Mädchen und Buben in den "Kindis" entspricht dies einem Betrag von 238 Euro pro Monat. Der Zuschussbedarf liegt damit bei 54 Prozent. Noch höher fällt das Defizit beim Hallenbad in Blaufelden und beim Freibad in Wiesenbach aus. Bei einem Aufwand von 223 000 Euro beträgt der Abmangel hier 86 Prozent.