Crailsheim Blasmusik-Benefizkonzert von Josef Jiskra in Roßfeld

Der ehemalige Crailsheimer Stadtkapellenleiter Josef Jiskra gönnt sich zu seinem 80. Geburtstag jede Menge Blasmusik.
Der ehemalige Crailsheimer Stadtkapellenleiter Josef Jiskra gönnt sich zu seinem 80. Geburtstag jede Menge Blasmusik. © Foto: Ralf Snurawa
Crailsheim / RALF SNURAWA 06.08.2015
Mit dem Benefizkonzert in der Roßfelder Festhalle am Samstagabend beschenkt der ehemalige Crailsheimer Stadtkapellenleiter Josef Jiskra nicht nur sich selbst und viele Blasmusikfans, sondern auch die Hospiz-Gruppe Crailsheim.

Mit dem Benefizkonzert in der Roßfelder Festhalle am Samstagabend beschenkt der ehemalige Crailsheimer Stadtkapellenleiter Josef Jiskra nicht nur sich selbst und viele Blasmusikfans, sondern auch die Hospiz-Gruppe Crailsheim.

Vor fünf Jahren ging der Erlös des Konzerts in der Sparkasse zugunsten der Musikschule. Das hatte Josef Jiskra damals als wichtig empfunden. Diesmal will er eine andere Einrichtung in Crailsheim unterstützen. Das große ehrenamtliche Engagement der von Gisela Seichter geleiteten Hospiz-Gruppe der Diakonie in Crailsheim begeisterte ihn. Da bedarf es finanzieller Mittel für Anschaffungen. Dafür soll der Erlös des mittlerweile ausverkauften Konzertes verwendet werden.

Die Entscheidung war getroffen - auch die, welche Kapelle Jiskra anlässlich seines 80. Geburtstages einladen würde. Denn zum 75. Geburtstag habe er, vollmundig versprochen: Wenn er seinen 80. erlebt, dann lade er die Blaskapelle "Gloria" ein.

Sie spielte schon des Öfteren im Engel-Zelt beim Fränkischen Volksfest. Die Mitglieder dieser von Jiskra sehr geschätzten Blaskapelle kommen aus der Region um Brno (Brünn), also aus dem mährischen Teil Tschechiens. Sie unterrichten als Lehrer an Musikschulen. Und Jiskra kennt einen der Musiker persönlich: den Trompeter Alois Barotek.

Beim Konzert, dessen Organisation durch Ines Kouril, Margit Fischer, Eike König, Klaus Grellert, Rudi Leyh und Gebhard Ziegler unterstützt wurde, werden außerdem die Crailsheimer Blaskapelle "Horaffia" und die "70er Band" zu hören sein. Letztere hatte sich aus Anlass von Jiskras 70. Geburtstag gebildet.

Alle drei Gruppen werden am Samstagabend dann "Blasmusik böhmischer Art", wie es Jiskra nennt, zu Gehör bringen und Werke von Jiskra selbst. Dazu gehören das Polka-Intermezzo "Der kleine Nick", vor zwei Jahren für den elfjährigen Trompeter Nick Hanselmann geschrieben, und zwei Uraufführungen. Das seien aber noch Überraschungen.

Der aus Ostböhmen stammende Jiskra wollte schon als Jugendlicher Komponist werden. Und zum Arrangieren war er schon wegen der ersten von ihm gegründeten Blaskapelle gezwungen, der im Herbst 1965 in Karlsbad zusammengestellten "Karlovarka". Das Arrangieren und Komponieren ist inzwischen zum Mittelpunkt von Jiskras Leben geworden. Natürlich komponierte er auch früher schon: Walzer, Polkas, Märsche wie den Crailsheimer Festmarsch, der - darüber ist er sehr glücklich - am Samstag ebenfalls zu hören sein wird.

Aber erst 1988 wagte er sich auf das Gebiet der sogenannten sinfonischen Blasmusik. Da hatte ihn der Landesmusikrat um etwas Konzertantes gebeten. Ergebnis war die rhapsodische Dichtung "Bohemia". Sie war der erste Teil einer Trilogie, die durch die "Mährischen Skizzen" und die "Slowakische Fantasie" vervollständigt wurde. Im Herbst dieses Jahres kommt jetzt eine "Südtiroler Rhapsodie" hinzu und mit dem "Mini-Walzer" auch ein Werk für Vororchester, also den jüngsten Blasmusiknachwuchs.

Seit einigen Jahren arbeitet Jiskra an einem größeren Werk, einer Art sinfonischer Dichtung für Blasmusik. Darin soll es um den slowakischen Nationalhelden Juraj Jánoík gehen, einen Rebellen gegen den österreichischen Kaiser - eine Art Robin Hood der Slowakei. Zur Hälfte sei das Werk schon fertig, meint Jiskra. Im Moment sei er auf der Suche nach weiterer Inspiration.Info Das bewirtete Benefizkonzert beginnt am Samstag, 8. August, um 19 Uhr in der Festhalle Roßfeld. Das Konzert ist ausverkauft.

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