Bitte nach Tönen des Verzagens

Der ökumenische Kirchenchor Kirchberg (Foto) trat mit den Sängern des Kirchenchors Langenburg und der Bezirkskantorei Blaufelden auf. Foto: Ralf Snurawa
Der ökumenische Kirchenchor Kirchberg (Foto) trat mit den Sängern des Kirchenchors Langenburg und der Bezirkskantorei Blaufelden auf. Foto: Ralf Snurawa
RALF SNURAWA 19.02.2014

Lang anhaltenden Applaus spendete am Sonntagabend das Publikum in der Kirchberger Stadtkirche für die musikalischen Darbietungen der Chöre aus Kirchberg, Langenburg und Blaufelden unter Leitung von Stefanie Pfender und Martin Blessing.

Mit einem schön locker transparent vorgetragenem "Dir will ich singen" von Georg Friedrich Händel eröffneten der ökumenische Kirchenchor Kirchberg zusammen mit dem Langenburger Kirchenchor und der Bezirkskantorei Blaufelden das Chorkonzert. Ähnlich gut waren die einzelnen Stimmen der Chormitglieder gleich danach im Eingangschor von Johann Sebastian Bachs Kantate "Wär Gott nicht mit uns dieses Zeit" zu vernehmen. Die wunderbar ineinandergreifenden Stimmen ließen die imitativen Momente des mehrstimmigen Satzes gut zur Geltung kommen. Dabei wurde das Bedrängende des Inhalts hervorragend unterstrichen. Wunderbar zurückgenommen erklang der zweite Teil des Eingangschores mit "Die so ein armes Häuflein sind".

Kraftvoll und Mut verleihend wirkte danach der Ton, den beide Vokalsolisten anschlugen. Sopranistin Dorothea Rieger sang ihre Arie "Unsre Stärke heißt zu schwach" entschieden und zuversichtlich. Sie harmonierte dabei sehr schön mit Michael Staudenmaiers virtuos verziertem Trompetenspiel. Im zur Bass-Arie überleitenden Rezitativ betonte sie die Momente der Rachgier und der Wut, wobei sie die Continuo-Gruppe mit Cellistin Sybille Hauck, Kontrabassist Eberhard Hofmann und Organist Jürgen Bauer unterstützte, indem sie Wendungen wie das "beschäumte Wasser" leicht herausstechend spielte.

Bassist Hans Holzwarth fügte melismenreich aufbrausende Gesangsphrasen zu "wilde Wellen" und "Grimm" an, denen er ein "Stehn uns deine Hände bei" beruhigend entgegenzustellen wusste. Das beruhigende Moment bestimmte danach auch den beschließenden Choral.

Mozarts D-Dur-Streichquartett KV 155 ließen die Violinspieler Jochen Narciß-Sing und Steffen Pfundmaier zusammen mit dem Bratschisten Robert Przybylski und Cellistin Sybille Hauck danach folgen. Die Ecksätze spielten sie mit Esprit, aber recht weich getönt. Der langsame Satz dazwischen erklang gesanglich und empfunden.

Zuversicht und eine gewisse Heiterkeit verbreiteten danach die zwei geistlichen Lieder für Sopran und Orgel op. 112 von Felix Mendelssohn. Anmutig beseelt und ebenso ihre Schlichtheit unterstreichend brachte sie Dorothea Rieger zu Gehör. Schön zurückgenommen gab sie im zweiten Lied "Der du die Menschen lässest sterben" die Passage "und sind wie ein Schlaf" wieder.

Zusammen mit dem Kirchberger Chor widmete sie sich danach einem weiteren geistlichen Gesang Mendelssohns: dessen Hymne "Hör mein Bitten". Auch hier einfühlsam von Jürgen Bauer auf der Orgel begleitet war der Beginn schön bittend und warm in der Tongebung zu hören. Spannungsreiche Wechsel zwischen der Solistin und dem Chor folgten in der zweiten Strophe mit "Die Feinde, sie drohn".

Erschüttert erklang die dritte Strophe gewissermaßen als Rezitativ, das in einem "Gott, hör mein Flehn!" kulminierte. Befreiend wirkte danach das sehnsuchtsvoll intonierte "O könnt ich fliegen wie Tauben dahin". Mit einem innig gesungenen "Verleih uns Frieden" beschlossen alle Chöre das Konzert.