Altenmünster Bissiger "Bruddler" widmet sich bei Dorffest in Altenmünster dem Lokalkolorit

UTE SCHÄFER 03.08.2015
Das Dorffest in Altenmünster hat schon seit Jahren einen Höhepunkt: den Auftritt von Arnulf "dem Bruddler" Brenner. Diesmal neu: Der Platz, auf dem gefeiert wurde, die sogenannte "Weddi".

Was eine "Weddi" ist, das erklärte Bruddler Brenner gleich zu Beginn - und zwar auf schönstem Hohenlohisch. Die "Weddi" habe mit Wasser "zum doana". Denn dort, wo die Altenmünsterer und ihre vielen Gäste am Sonntagvormittag feierten, auf dem großen, freien Platz zwischen den beiden Kirchen, da war früher ein Teich. Der wurde gespeist von einem Bach, dessen Wasser aber so gipshaltig war, dass ihn bloß "die Viecher" trinken konnten. Doch so manche Crailsheimer auch, meinte der Bruddler, denn das merke man heute noch, "weil dia Craalsemer hewwa heid noch Gips-Köpf".

Auf der "Weddi" wusch man am Wochenende das Vieh (und vielleicht auch sich selbst), und der Platz war ein Treffpunkt im Dorf. Ob die "Weddi" auch zukünftig wieder zum Dorfplatz werden kann, ist derzeit im Gespräch - und wurde am Wochenende ausprobiert, erklärte Pfarrer Ulrich Wildermuth den Gästen. "Es soll so etwas wie eine Duftmarke gesetzt werden."

Das geschah mit Erfolg. Der Platz unter den Obstbäumen und Birken ist lauschig und schattig, und vielleicht sogar gemütlicher als der alte Platz bei der alten Kirche, der deutlich beengter ist.

Doch zurück zur Bruddelei. Arnulf Brenner verschonte nichts und niemanden. Auch nicht das "Kaffeekränzchen" (sprich: den Weltwirtschaftsgipfel), das die Altenmünsterer deutlich billiger hätten ausrichten können: "Nur eine Halle hätte halt gefehlt."

Und ob Crailsheim wirklich zur Fahrradstadt werden kann? Eher nicht, meinte der Bruddler, denn "d' Leit" fragen sich doch: Warum soll ich laufen? "I hobb doch vier gsundi Raafa am Audo. . .".

Und was wird aus dem Projekt "Bauplätze nur für Einheimische"? "Für an Haller däd i aa konn Bauplatz in Craalsa hergewwa. Außer vielleicht fers Landratsamt."

Sein Fett weg bekam auch der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, der in seinem Land viel Strom braucht, aber keine Trassen will: "Jeden Morgen, wenn dem Allmachts-Bachl' der Darmwind drückt, dann presst er den in Worte."

So ging das munter weiter. Das Augenmerk des Bruddlers fiel auch auf die anwesenden Parlamentarier Christian von Stetten, Helmut W. Rüeck und Nikolaos Sakellariou und auf die Gemeinderäte und Lokalpolitiker wie etwa Oberbürgermeister Rudolf Michl und Finanzbürgermeister Harald Rilk, der halt auch eher "von Holla-bach als von Geewa-hausa" sei. Sie alle trugen die spitzen Bemerkungen mit Fassung - auch Stadtrat Peter Gansky, der dem Bruddler eine Steilvorlage geliefert hatte, als die Diskussion um Kinderbetreuung mal wieder mit dem Begriff "Herdprämie" bereichert wurde. Der Bruddler zog da gleich den passenden hohenlohischen Spruch hervor: "D'Katz und d'Fraa gheert ins Haus." Allerdings, und da hob der Bruddler warnend den Finger: "Wenn onner vom Leeder ziacha därf, no iss des dr Bruddler."