Wallhausen Bildband von Hartmut Schott aus Wallhausen erschienen

Wallhausen / PM 16.02.2016
Nach zahlreichen Ausstellungen zum Thema "Repressive Religiosität, Kranker Glaube - wie geht das?" ist ein gleichnamiger Bildband von Hartmut Schott mit allen Bildern der Ausstellungen erschienen.

Der Bildband enttabuisiert ein verdecktes Thema einer scheinbar harmlosen Frömmigkeit in kleinen und großen Kirchen. Der Widerspruch im Titel springt einem förmlich ins Auge: "Kranker Glaube". Kann etwas, was im Kern darauf angelegt ist, froh, frei und heil zu machen, das genaue Gegenteil bewirken? Durchaus und leider.

Das geschieht, führt Hartmut Schott aus, wenn in Familie und Gemeinde eine mehr oder minder subtile "christliche" Unterdrückungskultur herrscht, die Kinder oder auch Erwachsene mit Druck, Manipulation und Zwang in religiöse Handlungen und Überzeugungen zu drängen sucht. Dazu entwickelt der Bildband sowohl eine aufdeckende wie therapeutische Kraft.

In eindrücklichen Bildern führt der Psychologe, Seelsorger und Künstler Hartmut Schott die dunkle Seite der christlichen Kultur vor Augen, ergänzt durch Textbeiträge von Autoren, die entweder selbst betroffen sind oder die sich aus fachlicher Sicht damit befassen. Neben Hartmut Schott sowie einer anonymen Stimme sind das Hanne Baar, Psychologin und Autorin zahlreicher Bücher, der pfingstkirchliche Theologe Dr. Ludwig D. Eisenlöffel, die Autorin des Buchs "Geistlicher Missbrauch", Inge Tempelmann, der Arzt Albrecht Kümmerer aus Obersontheim und Professor Dr. Siegfried Zimmer von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

"In meiner fast 20-jährigen psychologischen Praxis bin ich Menschen begegnet, die einen Glauben haben, den sie nicht mehr wollen. Den sie über Jahrzehnte in sich hineingestopft haben. Von dem ihnen übel ist, der sie zwingt, der freudlos ist, der fordert, der ihnen keinen inneren Frieden bringt und zu nichts wirklich nütze ist", sagt Hartmut Schott. Aus diesen intensiven Begegnungen und eigenen, persönlichen, biografischen Erfahrungen mit einem aufgezwungenen, unterdrückenden, christlichen Glauben sind seine Bilder entstanden, die zeigen, wie kranker Glaube geht.

"Das diktatorische du musst, du musst, du musst beten, die Bibel lesen, beichten, dich bekehren, vergeben, Gottesdienste besuchen, die Gebote halten, missionieren und demütig sein, knechtet und knebelt den Menschen. Jemand in fromme Handlungen zu drängen oder zu zwingen, ist keine Bagatelle, es ist ein Akt der Gewalt. Deshalb fällt es mir auch nicht schwer eine repressive, fromme Erziehungs-, Bekehrungs- oder sonstige manipulierende Methode als verwerflich zu bezeichnen und unter den Aspekt des Straftatbestandes der Nötigung einzuordnen", führt Schott aus. Der Leipziger Theologieprofessor Dr. Peter Zimmerling sagt über den im Oktober 2015 erschienenen Bildband: "Ich finde es gut, das Hartmut Schott dieses oft gemiedene Thema ans Licht gebracht hat."

Zur Person vom 16. Februar 2016

Nach akademischer Ausbildung in Psychologie und Therapie betreibt Hartmut Schott, Jahrgang 1957, eine Praxis für Lebensberatung, Seelsorge und Therapie mit dem Arbeitsschwerpunkt "religiöser Missbrauch". Hartmut Schott ist Vorsitzender des Vereins "Seelsorge pur" und lebt mit seiner Familie in Wallhausen.

Der Bildband von Hartmut Schott, "Repressive Religiosität, Kranker Glaube - wie geht das?", ist im Asaph Verlag erschienen. Erhältlich ist er im Buchhandel oder direkt beim Autor.

SWP